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Drei Fragen an Aiman Mazyek

 

Drei Fragen an Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland

 

Frage: Scharfe Kritik am Auftritt einer sogenannten „Scharia-Polizei“ in Wuppertal. Können Sie die Reaktionen verstehen?

 

Antwort Aiman Mazyek: Ja Diese Aktion findet nicht im Namen von uns Muslimen statt. Das ist eine Provokation. Die Polizei muss prüfen, wie das geahndet werden kann. Das ist eine Aktion einiger Halbstarker, die die Religion dafür missbrauchen und versuchen, Aufmerksamkeit zu erzielen. Dank der Medien ist ihnen das leider auch gelungen.

 

Frage: Mitglieder dieser Gruppe erklären, sie fühlten sich in Deutschland ausgegrenzt. Es habe sich um einen PR-Gag gehandelt. Ist das glaubwürdig?

 

Antwort Aiman Mazyek: Das glaubt kein Mensch. Diese Erklärungen sind infam. Man muss sich vorher überlegen, welche Aktionen man macht. Diese Menschen haben dem Islam und den Muslimen extrem geschadet. Natürlich gibt es Ausgrenzung und Islamfeindlichkeit in Deutschland. Solche Aktionen schüren diese jedoch noch. Damit wurde freilich von den Brandanschlägen auf Moscheen in den vergangenen Wochen abgelenkt.

 

Frage: Wirft so etwas die Bemühungen um Integration zurück?

 

Antwort Aiman Mazyek: Der Schuss ist nach hinten losgegangen. Ein solches Verhalten schürt Vorurteile, schadet der Integration und ruft Ängste hervor. Ich kann die Menschen gut verstehen, wenn sie jetzt besorgt sind. Da werden Verbindungen zum Extremismus und Terrorismus hergestellt. Hier wird unsere Religion zweckentfremdet und der Ruf der Muslime geschädigt.

 

(Quelle: Medienhaus Bauer, Marl: 8.9.14 in „Marler Zeitung“, s. 2)