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Pressebericht 17. Abrahamsfest

 

Das Abrahamsfest der christlich-islamischen Arbeitsgemeinschaft Marl (CIAG) ist seit 16 Jahren Bestandteil des Marler Kulturlebens. Vom 17. September bis zum 1Dezember findet die 17. Auflage statt. Mit dem Fest möchte die CIAG Vorurteile ausräumen, die zwischen Christen, Juden und Muslimen herrschen. Eine Aufgabe, die in der jetzigen politischen Lage nicht einfacher geworden ist.

 

 

Terroranschläge erschüttern das Vertrauen in den Islam. Für manche Muslime sind Juden das Feindbild Nummer eins und die Angst vor der vermeintlichen Verdrängung des Christentums durch den Islam schürt Hass. Dabei haben die drei Religionen eine gemeinsame Basis. Die gibt es in der alttestamentarischen Figur Abraham. Er ist für die drei Religionen der erste Mensch, der an den einzigen Gott glaubte, sagen die Mitglieder der CIAG.

Um das Gemeinsame der Weltreligionen hervorzuheben, feiert sie das Abrahamsfest. Das allgemeine Motto ist seit jeher: „Frieden in der Stadt. Stadt ohne Rassismus“. Auf Nachfrage unserer Zeitung sagt CIAG-Mitglied Pfarrer Roland Wanke von der Evangelischen Stadtkirchengemeinde, dass die Arbeit sich lohnt: „Ich finde schon, dass in Marl eine andere Stimmung herrscht. Zum Beispiel hat der Neubau der Moschee keinen Protest ausgelöst.“ Auch unter den Jugendlichen in Marl hat sich laut der 19-jährigen Özlem Isik vom Ernst-Reuter-Haus einiges zum Positiven entwickelt: „Die Toleranz ist gestiegen.“

Rund 30 Veranstaltungen des Abrahamsfestes drehen sich um das Thema „Umbrüche, Aufbrüche“. Das bietet einen vielseitigen Ansatz: „Das Ruhrgebiet verändert sich stark. Wir sind weg von der Kohle und müssen die Herausforderungen annehmen“, sagt Jens Flachmeier von der Integrationsagentur der Diakonie Marl. Pfarrer im Ruhestand Hartmut Dreier ergänzt: „Aufbruch ist immer Hoffnung. Es geht nach vorne und weiter.“ In Marl beginnt das Abrahamsfest mit einem Familien-Nachmittag am Sonntag, 8. Oktober, von 15 bis 17 Uhr in der Fatih-Moschee, Bachackerweg 197. Bis zum Gastmahl im Rathaus Marl am 12. Dezember finden Veranstaltungen, Aktionen und Workshops mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen aller Generationen statt. Dazu gibt es fünf Projekte. Unter anderem gibt es auch dieses Mal die Revue der Kulturen.

Schirmherrin des 17. Abrahamsfestes ist Christel Neudeck. Sie ist die Ehefrau von Rupert Neudeck, der das Hilfsprojekt „Cap Anamur“ gründete. Am Mittwoch, 11. Oktober, ist sie zu Gast im Pfarrheim St. Pius, in Brassert. Ihr Thema: „Unser Leben in Umbrüchen und Aufbrüchen – Rupert Neudeck“. Die Hilfsorganisation leistet medizinische Versorgung bei Menschen in Not, die auf sich gestellt sind. Diesen Gedanken der Solidarität sieht Isaak Tourgman von der Jüdischen Gemeinde Recklinghausen auch im Abrahamsfest. „Es bietet die Chance, Minderheiten zu unterstützen. Nur zusammen sind wir stark.“

 

Medienhaus Bauer/Marler Zeitung