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In Unterschieden das Gemeinsame entdecken

 

 

Innenstadt. (jg/nh) Ein Fest für die Akzeptanz: Am Sonntag, 17. September, um 17 Uhr wird das Abrahamsfest mit dem Motto „Umbrüche, Aufbrüche“ in der Synagoge, Am Polizeipräsidium 3, eröffnet. Hier wird Begegnung großgeschrieben: Die drei Religionen, Judentum, Islam und Christentum und deren Kulturen treffen aufeinander und tauschen sich aus.

 

 

Den gesamten Winter über bietet das Fest die Gelegenheit, die jeweils andere Kultur und deren Traditionen, anhand von Filmen, Rollenspielen, Klangkunst, theoretischen Vorträgen und Projekten, kennenzulernen. So bemerkten beispielsweise Jugendliche im Vorjahr durch den Film „Kaddisch für einen Freund“, wie ähnlich sich doch einige Bräuche wie Gebetszeiten und Waschungen im Judentum und Islam sind. Mit einem vielfältigen Angebot richtet sich das Programm an alle Generationen.

Den Auftakt bildet am Sonntag ein Konzert mit Gesang und Instrumenten, der auf alle drei Religionen abgestimmt ist. „So werden Klänge der Schofar aus dem jüdischen Brauch, eine Glocke aus dem christlichen Glauben und die Töne der Nay Flöte aus dem Islam ertönen“, erzählt Beatrix Ries, die seit einigen Jahren an der Organisation beteiligt ist. Danach kommen alle bei dem koscheren Buffet zusammen.

Bereits zum 17. Mal findet das Abrahamsfest statt. Seinen Namen verdient es der religiösen Figur Abraham. Sowohl in der Bibel, im Koran als auch in der Tora erscheint Abraham, er gilt somit als Bindeglied. Die Veranstalter setzen sich aus der Christlich-Islamischen Arbeitsgemeinschaft Marl, der Jüdischen Kultusgemeinde Kreis Recklinghausen und Kirchen, Moscheen und dem Integrationsrat der Stadt Marl, zusammen. Mittlerweile ist das Fest so bekannt, dass sogar die Bundesregierung davon hörte: „So etwas gibt es in Deutschland sonst nirgendwo“, sagt Hartmut Dreier, pensionierter evangelischer Pastor.

Alle Veranstalter sind sich einig, wie wichtig dieses Fest ist. „Wenn jeder sich bemüht, ein gegenseitiges Verständnis für die Kultur aufzubringen, dann ist man auf einem guten Weg in Richtung Frieden“, meint Isaac Tourgman Vorbeter der Jüdischen Kultusgemeinde. Gerade in Zeiten von Abschottungen und kulturellen Konflikten gilt seit dem ersten Abrahamsfest im Jahr 2001 bis heute als primäres Ziel: „Begegnungen. Frieden in der Stadt. Stadt ohne Rassismus.“

 -          Weitere Termine in „Daten & Fakten“

 „Daten & Fakten“

 -          Freitag, 15. September, 17 Uhr: Pizza und Filme für Jugendliche an der Wiesenstraße 22 in Marl

 -           Dienstag, 19. September, 19.30 Uhr: Vortrag und Gespräch „Dialog der Religionen“ mit Prof. Dr. Klaus von Stosch im Gemeindehaus der Kulturen,                           Römerstraße 59, in Marl

 -           Dienstag, 7. November, bis Donnerstag, 9. November: 9 bis 12 oder 14 bis 16 Uhr: Kreative Rollenspiele mit sechs Schulen im Abrahamshaus, Karl                           Liebknecht Straße 10, in Marl

 -           Mittwoch, 22. November, 11.30 bis 18 Uhr: Jugendliche erklären Schülern ihr Gotteshaus in der Pauluskirche, der Fatih-Moschee und der Synagoge in                   Recklinghausen

 

Medienhaus Bauer/Recklinghäuser Zeitung