Erfolgreicher Auftakt des 17.Abrahamsfestes Marl in der Synagoge in Recklinghausen

Von Umbrüchen und Aufbrüchen

 Bestens besuchter Auftakt des 17. Abrahamsfestes in der Synagoge

 „Frieden in der Stadt. Stadt ohne Rassismus.“ Zum siebzehnten Mal in Folge versammelten sich die Mitglieder der christlichen, jüdischen, muslimischen und russisch-orthodoxen Gemeinden aus dem Kreis Recklinghausen unter diesem Motto, um gemeinsam den Auftakt des abrahamitischen Festes zu zelebrieren. Gemeinsam wurde gesungen, getanzt, und bei gutem Essen und angeregten Gesprächen gelacht und in Erinnerungen geschwelgt.

 

Wie schon in den letzten sechs Jahren öffnete die Synagoge in Recklinghausen zu diesem Anlass wieder ihre Türen. Sie standen offen für jeden, der gerne den fröhlichen und von Hoffnung geprägten Beginn des abrahamitischen Festes miterleben wollte.

Das diesjährige Fest trägt den Titel „Umbrüche Aufbrüche“ und setzt mit Christel Neudeck als Schirmfrau ein klares Statement. Zu Beginn wurde den Besuchern ein abwechslungsreiches und farbenfrohes Musikprogramm geboten. Der Bochumer St.-Kyrill- und Method-Chor überzeugte mit fröhlich bunten Kostümierungen, brachte alle Anwesenden zum Mitsingen und erntete dafür großen Applaus.

Die Liste der Organisatoren und Helfer des Abrahamsfestes ist lang. Die Christlich-Islamische Arbeitsgemeinschaft (CIAG) in Marl hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen zu verbinden und verschiedene Kulturen und Religionen zusammenzuführen. „Der Abraham ist hierbei die verbindende Person. Er ist sowohl im Christentum, im Judentum als auch im Islam vertreten“, erklärt Beatrix Ries aus der Steuerungsgruppe der CIAG. In Zeiten der Umbrüche, sowohl politisch als auch kulturell, sei es wichtig sich beizustehen und miteinander zu arbeiten anstatt gegeneinander, erklärte Hartmut Dreier, Gründungsmitglied der CIAG in Marl: „Wir haben immer Hoffnung, sind nicht verzweifelt und brechen gemeinsam in eine neue Zukunft auf.“

Die CIAG ist eine Bürgerinitiative, wie sie in Deutschland einzigartig ist, denn sie vertritt die drei Abrahams-Religionen: Judentum, Christentum und Islam. „Wenn es die CIAG nicht gäbe, man müsse sie erfinden“, berichtet Hartmut Dreier froh von seiner Arbeit in der Gemeinschaft. Seine Kollegin Beatrix Ries stimmte ihm zu: „Wenn viele kleine Menschen an vielen kleinen Orten kleine Schritte tun, dann können sie dadurch das Gesicht der Welt verändern.“

Der Bundestagsabgeordnete Frank Schwabe (SPD)ist regelmäßig zu Gast in der Synagoge, und er war begeistert von der Atmosphäre: „Gegenseitiger Respekt ist das Entscheidende. Es darf keine Ausgrenzung geben.“

Und ausgegrenzt wurde natürlich niemand. Dr. Mark Gutkin, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde, freute sich über die vielen Besucher. Ebenfalls vertreten war der Interkulturelle Rat, der die Organisatoren des Festes unterstützt. Der Rat, der inziwschen den Namen „Abrahamisches Forum“ trägt, unterstützt antirassistische Projekte. Das Abrahamsfest, das noch bis zum Dezember andauert, ist eines davon.

Ulrike Geburek

Lokalredaktion Recklinghausen

 Medienhaus Bauer