1. Mai 2015: Johannes XXIII.-Preis der internationalen Friedensbewegung 
    pax christi im Bistum Münster/W: Dieser Preis geht an das seit 2001 
    jährlich stattfindende "Abrahamsfest Mar" und dessen Träger: die CIAG  
    Marl (Christlich-Islamische Arbeitsgemeinschaft Marl) und die Jüdische  
    Kultusgemeinde im Kreis Recklinghausen.

Laudatio von Pax Christi

 Zuletzt aktualisiert am Montag, 08. Juni 2015 17:37Veröffentlicht am Montag, 08. Juni 2015 17:37

Laudatio von Pax Christi für die Verlehung des Johannes XXIII.-Preises an das Abrahamsfest in Marl Kreis Recklinghauen durch Veronika Hüning

 

Verehrte Anwesende, liebe Friedensfreundinnen und Freunde!

Die Bilder haben mich erschreckt: Zehntausende Demonstranten in Dresden, die sich als Patrioten verstehen und als Retter des Abendlandes inszenieren und die vor einer Islamisierung Deutschlands warnen, als wäre die Zuwanderung von Menschen muslimischen Glaubens eine gefährliche Epidemie. Und nicht nur in Dresden – in mehreren anderen Städten, auch in Westdeutschland, sind islamfeindliche Parolen zu hören. Und nicht nur Rechtsradikale folgen den Bannern und Sprüchen.

Und diese Nachrichten haben mich ebenfalls erschreckt: Jüdische Gemeinden in Deutschland wenden sich an die Medien und bringen ihre Sorge über den zunehmenden Antisemitismus zum Ausdruck. Manche fühlen sich nicht mehr sicher und warnen ihre Glaubensbrüder davor, sich mit der Kippa in der Öffentlichkeit zu zeigen, aus Angst vor Übergriffen. Manche denken an Auswanderung.

Besonders erschreckend: Bei aller Hilfe, die manche christlichen Gemeinden Flüchtlingen bieten – Fremdenfeindlichkeit, rechte Gesinnung  und Antisemitismus reichen bis in die Mitte unserer Kirchen hinein.  

Genau in dieser Situation haben wir uns für den dritten Träger unseres Johannes-XXIII.-Preises entschieden. Wir, das ist die ökumenisch ausgerichtete katholische  Friedensbewegung pax christi im Bistum Münster. Wir haben uns entschieden, den Preis für Gerechtigkeit und Frieden vor Ort, in Deutschland und in unserer zerrissenen Welt der Christlich-Islamischen Arbeitsgemeinschaft (CIAG) Marl und der Jüdischen Kultusgemeinde Recklinghausen/Marl als Träger des alljährlichen Abrahamsweges zu verleihen. Mit diesem Preis wollen wir Sie ehren, die Sie eine Gegenmacht zu Ausgrenzung und gesellschaftlichem Unfrieden gebildet haben. Sie haben den Preis wahrlich verdient, denn Sie leisten seit vielen Jahren einen eindrucksvollen Beitrag zu dem, wozu das Zweite Vatikanische Konzil aufgerufen hat: die Würde jedes Menschen unabhängig von seiner Herkunft und Religion zu achten, die Verbundenheit untereinander zu fördern und Verantwortung für ein friedliches Zusammenleben zu übernehmen.

Genau dies tun Sie als Christen, Moslems und Juden, die Sie in Marl kontinuierlich zusammenarbeiten und Jahr für Jahr den Abrahamsweg mit seinem reichen Rahmenprogramm gestalten.

Besonders hervorheben möchte ich:

Ø  das große Durchhaltevermögen seit den Anfängen der CIAG 1984, das ohne Idealismus und ohne Leidenschaft für die gemeinsamen Ziele sicherlich nicht möglich wäre;

Ø  die beispielhafte Zusammenarbeit zwischen den Aktiven der CIAG und der Jüdischen Kultusgemeinde, aus der seit 2001 die Abrahamswege und Abrahamsfeste erwachsen sind;

Ø  den Ideenreichtum und die Kraft, mit der seitdem ein Netzwerk gebildet wurde, das ständig gewachsen ist und immer mehr Kooperationspartner an sich zu binden wusste;

Ø  die Fähigkeit, eine sehr bunte Gemeinschaft mit unterschiedlichen Traditionen, Überzeugungen und Vorstellungen zusammenzuhalten und Vertrauen, Verständnis und Solidarität untereinander zu stärken, durch alle Schwierigkeiten und Spannungen hindurch;

Ø  die klare Ausrichtung am Gemeinwohl, wie sie in der Selbstaussage zum Ausdruck kommt: „Wir betreiben keine Schau nach innen, sondern suchen das Beste der Stadt“; d.h.: Begegnung ohne Tabus, Frieden für alle, eine Stadt ohne Rassismus. Umstrittene Themen wurden dabei nicht ausgeklammert, z.B. Moscheebau und Muezzinrufe.

Als 2010 das zehnte Abrahamsfest in Marl gefeiert wurde, hieß es im Informationsblatt: „In Marl erleben wir ein recht friedliches Klima. (…) Das friedliche Klima ist nicht vom Himmel gefallen, sondern Ergebnis von Arbeit und Zusammenarbeit.“ Das ist heute angesichts der gesellschaftlichen Spaltungen und Abwehrhaltungen, der Feindbilder und Klimavergiftungen besonders wichtig.
Drei Ziele haben sich die Träger der Abrahamswege auf die Fahne geschrieben: menschliche Bildung, Vielfalt der Kulturen, weltzugewandte Religionen. Was das konkret bedeutet, können die Preisträger am besten selbst beschreiben. Sie werden gleich in drei Interviews von ihren Projekten und Erfahrungen erzählen.

Nicht umsonst heißt das jährliche Highlight der Arbeit von CIAG, jüdischer Gemeinde und ihrer Kooperationspartner „Abrahamsfest“. Abraham ist die gemeinsame Identifikationsfigur, eine Art Brücken-Person. In den Heiligen Schriften aller drei monotheistischen Religionen, in der Thora, in der Bibel und im Koran, spielt Abraham oder Ibrahim eine wichtige Rolle. Er, der „Freund Gottes“, hat Gott als den Einen erkannt und Kritik geübt, wenn Menschliches wie Gott angebetet wurde. Das ist auch in unserer Gegenwart wichtig, denn die Gefahr des Götzendienstes ist nicht gebannt. Ist es nicht Götzendienst, wenn das Geld und der Markt Heilsversprechen einlösen sollen? Ist es nicht Götzendienst, wenn die politischen und wirtschaftlichen Strukturen als alternativlos und allmächtig angesehen werden und quasi Unterwerfung unter ihre Gesetze verlangt wird, koste es, was es wolle? Ist es nicht Götzendienst, wenn Menschen meinen, mit militärischer Gewalt eine heilige Herrschaft errichten zu dürfen und zu können? Nur alle Religionen gemeinsam können dagegen Widerstand leisten und der Göttlichkeit Gottes und der Menschlichkeit aller Menschen zur Achtung verhelfen.    

Dies geschieht in vielen kleinen Schritten und vielen konkreten Projekten in Marl. Für eben diese Arbeit gebührt Ihnen, der CIAG und der Jüdischen Kultusgemeinde, der Johannes-XXIII.-Preis. Sie leisten als ehrenamtlich Engagierte einen unverzichtbaren Dienst für eine friedliche Stadtgemeinschaft und Sie zeigen in der kontinuierlichen Zusammenarbeit und in den vielfältigen einzelnen Begegnungen eine Dialogbereitschaft und Menschenfreundlichkeit, die Papst Johannes XXIII. selber geübt hat und die ihn sicherlich heute von Herzen erfreuen würde. Wir sind dankbar, dass auch die Muslime und die Juden unter Ihnen den Preis angenommen haben, der den Namen eines katholischen Papstes trägt. Dass Johannes XXIII. in Istanbul 1934-1944 zur Rettung von Juden beitrug und zum Gespräch mit dem Islam auf Augenhöhe bereit war, hat sicherlich zu dieser Akzeptanz beigetragen. Sein Eintreten für die Würde aller Menschen und seine interreligiöse Offenheit haben in Ihrem Wirken, liebe Preisträger, gute Nachahmer gefunden.

Und so möchten wir nun den Preis überreichen: die Urkunde, die unsere Sprecherin Gisela Hinricher verlesen wird, und die Bronzebüste von Johannes XXIII., die Pfarrer Hartmut Dreier übergeben wird, dem Ideenstifter, Brückenbauer und Motor der Arbeitsgemeinschaft und des Trägerkreises Abrahamsweg. Ganz im Sinne des Trialogs soll der Preis allen beteiligten Gruppen gehören und möge mal an dem einen, mal an dem anderen Treffpunkt präsent sein.

 


Grußwort von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft anlässlich der Verleihung des Pax Christi-Papst Johannes-Preises als pdf Anhang


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Schriftliches Grußwort

von Herrn Minister Guntram Schneider

 

anlässlich der Verleihungsfeier des Dritten Papst-Johannes-XXIII.-Preises in Münster am 31. Mai 2015

 

 Anlässlich der Verleihung des Dritten Papst-Johannes-XXIII.-Preises an das  Abrahamsfest Marl übersende ich der Christlich-Islamischen Arbeitsgemeinschaft Marl und der Jüdischen Kultusgemeinde Kreis Recklinghausen meine herzlichen Glückwünsche. Gleichzeitig danke ich Pax Christi im Bistum Münster für die Würdigung des Abrahamsfestes Marl, dessen Schirmherr ich im Jahr 2013 selbst sein durfte.

In Zeiten, in denen religiöser Fanatismus, Anti-Islam-Bewegungen und Antisemitismus einen Keil zwischen die Menschen und ihre Religionen zu treiben drohen, stehen wir alle vor besonderen Herausforderungen. Deshalb darf der Gesprächsfaden zwischen den Anhängern unterschiedlicher Religionen aber auch zwischen Staat und Gesellschaft nicht abreißen, er muss vielmehr ausdauernd und sorgfältig weiter gesponnen werden.

Wir in Nordrhein-Westfalen suchen den Dialog auf allen Ebenen. Von interreligiösen und interkulturellen Projekten in den Kommunen bis hin zu bewährten und neuen Dialogformaten der Landesregierung. Deshalb sind Initiativen wie das interreligiös ausgerichtete Abrahamsfest von unschätzbarem Wert. Seit seiner Entstehung baut das Abrahamsfest Brücken zwischen Menschen verschiedener Glaubensrichtungen und unterschiedlicher Herkunft. Dieses Engagement ist für den sozialen Frieden von herausragender Bedeutung. Nordrhein-Westfalen war und ist ein Land der Vielfalt. Wir sind stolz darauf, dass hier Menschen aus allen Teilen der Welt eine neue Heimat gefunden haben und die Gesellschaft mitgestalten.

Das Abrahamsfest ist Ausdruck der Wertschätzung für die religiöse und interkulturelle Heterogenität, die unser Land einzigartig machen. Die Initiative leistet darüber hinaus praktische Integrationsarbeit vor Ort, auf die NRW nicht mehr verzichten kann. Dies verdient Dank und Respekt, den ich Ihnen hiermit aussprechen möchte.

Für die heutige Preisverleihung wünsche ich allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern viel Freude und interessante Begegnungen. Möge der heutige Tag Ihnen allen als Motivation dienen, Ihre engagierte Arbeit für den interreligiösen und interkulturellen Dialog in Nordrhein-Westfalen fortzuführen.

 

 Guntram Schneider MdL

 

 

Grußwort von Sylvia Löhrmann als PDF

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Grußwort von Bürgermeister Werner Arndt, Marl als PDF

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Die 4 weiteren Ehrungen sind:

Tschelebi-Friedenspreis 2009: "...Für ihre mutige, inspirierende und  
nachhaltig friedensstiftende Leistung sind wir der CIAG Marl "zu  
Dank verpflichtet."

Bremer Friedenspreis 2007 benennt lobend die CIAG Marl mit 22  
beispielhaften Projekten in Deutschland.

"Sukran"-Plakette - Günes Altan, Generalkonsul der Türkei in Münster/W, am  
5. März 1997: "Seit 1984 setzt sich die Christlich-Islamische  
Arbeitsgemeinschaft Marl beharrlich, wirksam, phantasievoll und  
beispielhaft für die Integration der nach Deutschland eingewanderten  
Menschen aus der Türkei/aus islamisch geprägten Kulturen ein. Die  
christlich-islamische Zusammenarbeit in Marl geschieht in religiösen,  
sozialen, kulturellen und pädagogischen Zusammenhängen. Das erregt  
Sympathie, setzt Maßstäbe und spornt andere Mehschen in anderen Orten an."

"Goldener Hammer" - Dr. Herbert Schnoor, Innenminister NRW im Auftrag der  
Menschenrechtsorganisationen SOS Rassismus/Aktion Courage - am 17. März  
1994: "Frieden in der Stadt ist möglich, wo Menschen beginnen, das Leben  
zu begreifen....mit Händen, den offenen Augen, einem ehrlichen Mund, einem  
wachen Ohr...mit allen Sinnen eben, die andere Menschen auszeichnen..."

 


Beim 19.Abrahamsfest gab es eine fulminante Großveranstaltung in der Scharounschule: Friedenskonzert "The Armed Man" von Karl Jenkins - umrahmt von einem Markt der Friedlichen Möglichkeiten. Es kamen fast 500 Menschen!

Liebe Aktive im Friedens-Konzert und beim Markt der friedlichen Möglichkeiten in der Scharounschule am 23. November

In großer Dankbarkeit für einen großartigen Abend am Samstag, 23. November in der Scharounschule kommen hier im Anhang zwei Dateien:

# unser Dankesbrief mit Blick auf Konzert (Hauptprogramm)  und Markt (Begleitprogramm)

# Gruppenliste vom Markt

Herzliche Grüße im Namen aller Aktiven/Verantwortlichen, die drei Sprecherinnen: Lilia Vishnevetska, Beatrix Ries und Intisar Saif.  

Download this file (19. Abrahamsfest - 2019 - 12 - endg Dank an alle für 23 November.pdf) 19. Abrahamsfest - 2019 - 12 - endg Dank an alle für 23 November.pdf

Download this file (19. Abrahamsfest - 2019 - 11 - endgültige Liste Markt Scharounschule 23 November.pdf) 19. Abrahamsfest - 2019 - 11 - endgültige Liste Markt Scharounschule 23 November.pdf 


19. Abrahamsfest

www.abrahamsfest-marl.de                                                              27.11.2019

 

Foto: Stefan Schröer, Grimme

Bericht: „Kino – echt anders“: Jugendliche aus drei Marler Schulen sehen und diskutieren zwei ausgezeichnete Filme OBON und JOE BOOTS im Grimme-Institut. In dessen Grimme-Akademie machte das diesjährige 19.Abrahamsfest  mit dem Gesamtthema „Frieden – der Kulturen, Religionen und Völker“ am 19.Nov.Station.

Der große Saal im Grimme-Institut Marl war gefüllt und voller gespannter Erwartung; auf Einladung der Film-Expertin  Aycha Riffi und des Film-Experten Stefan Schröer von der Grimme-Akademie im Grimme-Institut  kamen rund 90 Jugendliche aus den Klassen 10, 11 und 12 aus drei Schulen: vom ASGSG=Albert Schweitzer-Geschwister Scholl-Gymnasium, von der Martin Luther King Schule und von der Kath. Hauptschule. Angekündigt waren die beiden Filme OBON und JOE BOOTS. Diese Filme machten betroffen und nachdenklich. In einer sehr einfühlsamen und kenntnisreichen Moderation durch Aycha Riffi – unterstützt von Stefan Schröer - kam es zu vertiefenden Erkenntnissen bei OBON am Thema „Massensterben durch die Zündung der ersten Atombombe in der Menschheitsgeschichte am 6. August 1945 in Hiroshima“, bzw. bei JOE BOOTS zum Thema „Lebenslange Traumatisierung im Irak-Krieg“. Auch Fragen zur Filmkunst kamen nicht zu kurz, immerhin unterschieden sich beide Filme deutlich.

OBON ist ein digital gearbeiteter Animationsfilm. Im Mittelpunkt steht Akiko, eine der letzten Überlebenden des Atombombenabwurfs in Hiroshima. An Obon, dem buddhistischen Fest der Erinnerung an verstorbene Angehörige, erinnert sich die Frau: An den überstrengen Vater, der kein freundliches Wort für die junge Frau und ihre Mutter fand. Und an den Tag, als der atomare Tod vom Himmel fiel. Die Katastrophe machte den Patriarchen zu einem anderen Menschen. „Zum ersten Mal dachte ich mir: Das ist mein Vater“. Regisseur Andre Hörmann ist zusammen mit Anna „Samo“ Bergmann  in 2018 ein auch international vielfach ausgezeichneter Film gelungen. Die Jugendlichen begriffen die filmische eindringliche Botschaft.

JOE BOOTS – ein Film mit vielen „natürlichen“, zT dokumentarischen Aufnahmen kontrastierte mit OBON´s Animationsformat. JOE BOOTS ist eine Art Selbstgespräch: ein Jugendlicher aus einer ehemaligen Bergbau-Kohleregion im US-amerikanischen Pennsylvania meldet sich von der High School zur US-Armee unter dem Eindruck vom 11. September 2001, als die Twin Tower-Wolkenkratzer in New York brutal zerstört wurden. Als junger  Soldat erlebte er „Normalität“ des Antiterror-Krieges im Irak, bis eines Tages direkt neben ihm eine Bombe explodierte. Körperlich blieb Joe unverletzt, doch in ihm zerbrach etwas, unbemerkt, unsichtbar. Wieder zurück zuhause ging es los mit seinen Ausrastern und mit Depressionen. „Manchmal wünschte ich mir, sie hätten mir die Arme weggeschossen – damit jeder sehen kann, dass mit mir etwas nicht stimmt.“ Mit 19 in den Krieg, mit 21 zurück als psychisches Wrack. Danach zusätzlich die MS-Krankheit; nun bekommt Joe  Therapie, anders  als bei seiner tiefen „posttraumatischen Belastungsstörung“, die nicht als Krankheit anerkannt wurde. – Dieser Film von Florian Baron von 2017 ist vielfach ausgezeichnet.

Dank der Zusammenarbeit der Grimme-Profis Riffi und Schroer mit dem Duisburger Filmfestival doxs! gelangten diese Filme ins 19.Abrahamsfest Marl, bei „Kino – echt anders“, das seit 2017 sehr erfolgreich läuft und in 2020 fortgesetzt wird beim kommenden 20. Abrahamsfest und dessen Gesamtthema „Jugend – zwischen den Stühlen/aktiv“.

 

Gez. Hartmut Dreier


Veranstaltung vom 19. Abrahamsfest am 23. Nov. 2019

Marler Zeitung/Medienhaus Bauer, Marl

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Verantaltung vom 19. Abrahamsfest am 30.Okt. 2019

Marler Zeitung/Medienhaus Bauer, Marl

Download this file (MZ_Lok2.pdf) MZ_Lok2.pdf


 

  1. Abrrahamsfest 2019

www.abrahamsfest-marl.de                                                              18. Nov. 2019

 

Presseankündigung:

In der Scharounschule Marl heißt es an diesem Samstag abend ab 18 Uhr (23.Nov): „Frieden ist unsere Antwort auf Krieg“: um 18 Uhr: 25 Stände in einem großen Markt der friedlichen Möglichkeiten. Um 19 Uhr: das Friedenskonzert: „The Armed Man“ von Karl Jenkins und ab 20.30 Uhr eine halbe Stunde zur weiteren Begegnung. Schluss: 21 Uhr.

Dazu erwarten die Verantwortlichen für das 19. Abrahamsfest Marl und die Stadt Marl mit ihrer Musikschule und mit ihrer „Jungen Vielharmonie“ unter Leitung von Andre Buttler , die Dezernentin für Kultur Claudia Schwiedrik-Greve und der Integrationsbeauftragte Deniz Tekmen viele Menschen in der Scharounschule . (Westfalenstr. 68 a).

Zu Gehör kommt das weltweit berühmte Konzert „The Armed Man“ des aus Wales stammenden Karl Jenkins. Es  ist eine Kritik am bewaffneten Krieger und an Haß und Zerstörung. Die Musik spielt flammende Appelle für ein Miteinander der Kulturen, Religionen und Völker. Die Junge Vielharmonie und weitere Profi-SängerInnen der Folkwang-Musikhochschule Essen und der Musikhochschule Münster musizieren mitreißend dramatisch und besingen Motive von Dalai Lama, Martin Luther King, sie beklagen das Leid von Hiroshima. Ein weiterer Sänger tritt auf: der aus Gladbeck stammende und in Marl an der Fatih-Moschee wirkende junge Imam Bünyamin Gedik singt und rezitiert eine Sure aus dem Koran. Verbindende positive Energien von Musik wirken beim Zuhören.

Das Konzert beginnt um 19 Uhr in der Aula der Scharounschule. Bürgermeister Werner Arndt begrüßt. Der Eintritt ist frei; es gibt insgesamt 400 Eintrittskarten, die vorher ab 18 Uhr an den Info-Ständen im Foyer der Scharounschule ausgegeben werden.

Mit solchen Info-Ständen haben sich 25 Gruppen im Foyer der Scharounschule  angemeldet: Städtepartnerschaftsvereine, Amnesty International, Kulturmäuse,  Rotarier, sämtliche weiterführende Schulen in Marl, Naturschützer wie „Parents for Future“, NABU, BI Jahnwald und BI Halde, weil Naturschutz, Klimagerechtigkeit und Frieden zusammenhängen. Kinderschutzbund, der kath. Frauenverband kfd „Women for Future“.. Die Jüdische Kultusgemeinde Kreis RE mit ihren Sozialprojekten. Die Fatih-Moschee Marl mit ihrem Hilfsprojekt in Tansania. Die Ev. Chorgemeinschaft Marl mit ihrer Chor-Partnerschaft nach Skoczow im südlichen Polen. El Khodr und Friedensweg mit ihren solidarischen Projekten u.a. mit Flüchtlingen in Marl. Der deutsch-russische Bildungsverein Raduga ist dabei, ebenso wie die Victoria Buchhandlung am Schacht in Hüls mit einem Bücherverkaufstisch und das Weltzentrum u.a. mit Fair gehandelten Produkten usw.

Wenn das Friedenskonzert in der Aula kurz vor 20.30 Uhr zuende ist, geht es im Foyer der Scharounschule an den Ständen und bei einem kleinen Buffet noch beim Gedankenaustausch weiter, bis um 21 Uhr die Lichter in der Scharounschule ausgehen.

Wir alle können gespannt sein!

Für die Verantwortlichen: das Team des 19. Abrahamsfestes mit den drei Sprecherinnen Lilia Vishnevetska, Beatrix Ries und Intisar Saif.  


19. Abrahamsfest Marl Kreis Recklinghausen

www.abrahamsfest-marl.de                                                                            17.11.2019

 

Bericht: Rundreise I: Jugendliche erklären Jüngeren ihr Gotteshaus. - Gelungen und immer wieder spannend

Am Mittwoch, 13. Nov. 2019 machte sich eine Klasse der Jahrgangsstufe 8 der Martin Luther Schule in Marl auf Rundreise. Sie durchliefen in der Zeit von 10.30 – 16 Uhr die drei Stationen: Kirche – Moschee – Synagoge; als „Lernen am andern Ort“ , ein sehr abwechslungsreicher „Pilgerweg“. Wenn Jugendliche ihren Altersgleichen erzählen, was sie selber mit (ihrer) Religion „am Hut haben“, was ihr Gotteshaus für sie bedeutet und darstellt, ist das für alle spannend. Jugendliche aus der Schule  hören sehr aufmerksam zu, bringen sich selber im Fragen und im Miteinander ein.

Station 1 war die Kirche Herz Jesu in Marl-Hüls am Marktplatz. Herdak Hennek und Tristan Stockhorst – als „Meßdiener“ im Gottesdienst und in der Jugendarbeit aktiv und Schüler vom Gymnasium am Loekamp – führten souverän durch alles, was in dieser katholischen Kirche zu sehen ist. Kein Erwachsener im Hintergrund war helfend zugegen; auf sich selbst gestellt, gaben sie ihr Bestes.

Station 2 war die Fatih-Moschee, Bachackerweg 197, Marl-Hamm. Scharafeddin Lihehdheb und Mert Demircioglu – junge Aktive in der Moschee und Schüler von der Willy Brandt Gesamtschule – erklärten ihr Gotteshaus und erzählten von ihrem Glauben. Der junge Imam – Büynamin Gedik – ergänzte ein wenig. Anfangs hatten die SchülerInnen der Martin Luther King Schule am Mittagsgebet teilnehmen können. Abschließend trafen sich alle im Gemeindehaus neben der Moschee zum Mittagessen bei Pizza und Getränken, wo die beiden Moschee-„guides“ als Gastgeber aktiv waren und in lockerer Weise Gespräche fortgesetzt wurden.

Station 3 war die Synagoge in Recklinghausen, neben dem Polizeipräsidium. Xenia Abrosimova – selber aktiv in der Jugendarbeit der jüdischen Kultusgemeinde und Schülerin der Gesamtschule in RE-Süd – erklärte in ihrer herzlichen Art die Synagoge und warum sie Jüdin ist. Kantor und Vorbeter Isaac Tourgman zeigte abschliessend den Thora-Schrank. Für die SchülerInnen war es der erste Besuch einer Synagoge in ihrem Leben, und zum ersten Mal trafen sie jemand wie Xenia, vom jüdischen Glauben und Leben erzählend.

Die Lehrkräfte Klassenlehrerin Michaela Greif, die beiden Fachlehrkräfte Brigitte Bußmann und Willi Echterhoff sowie Integrationsfachkraft Denis Averbeck ebenso wie Hartmut Dreier vom 19.Abrahamsfest ergänzten den Dank der Schulklasse bei den engagierten Jugendlichen und den gastgebenden Gemeinden. Dieses vor einigen Jahren auf Vorschlag von Norbert Keller von der Martin Luther King Schule entwickelte „Format“ überzeugt durch die lebendige Auskunftsfreude und Haltung von Jugendlichen, wenn sie ihre Religion bzw ihr Gotteshaus erklären. Gleichzeitig öffnen sich dabei die SchülerInnen, wenn sie nicht von Erwachsenen (u.a. Pastoren, Imame, Rabbiner) unterrichtend belehrt werden sondern lebendige junge „Gläubige“ bei ihrem „Heimspiel“ erleben. Das war dieses Mal einfach schön: eine erkennbar muslimische Schülerin spielte spontan auf der Kirchen-Orgel von Herz Jesu.

Die nächste Rundreise (II) ist am MI 27. Nov. 2019 im gleichen Zeitraum, dann mit einer Schulklasse der Willy Brandt Gesamtschule und den 3 Stationen: St. Georgskirche in Alt-Marl, Fatih-Moschee (s.o.) und Synagoge in Recklinghausen (s.o.) in Begleitung von Beatrix Ries vom 19. Abrahamsfest.

Andere Schulen in Marl fragen übrigens inzwischen nach, wann sie mitmachen können. Und gleichzeitig bevölkerten an 4 Tagen vormittags und nachmittags 8 Klassen aus Grundschulen in Marl das Abraham-Haus in Workshops zum Thema „Wie Juden, Christen und Muslime leben und feiern“.

Das 19. Abrahamfest und Schulen – Grundschulen und Weiterführende Schulen – ermöglichen  „Lernen am andern Ort“ – vermutlich auch langfristig wirksam in Kindern und Jugendlichen.

Gez. Hartmut Dreier


 "Frieden oder Krieg? Skulpturen erkunden im
öffentlichen Raum" am 30.Okt.2019 14 - 17 Uhr.



Kooperation mit dem Skulpturenmuseum Marl - Schulklassen und Flüchtlinge
erkunden Skulpturen rings um das Rathaus Marl zum Thema "Frieden oder
Krieg?".

Sehr eindrücklich verlief diese Veranstaltung. Bei strahlender Sonne
fanden sich vor dem Rathaus Marl zahlreiche Menschen ein: Ein
Leistungskurs der Willy Brandt Gesamtschule (mit ihrer Lehrerin Sylvia
Frechen). Eine Klasse des Hans Böckler Berufskollegs (mit ihren
Lehrerinnen Frauke Arnold und Rebecaa Gebauer). Flüchtlinge aus Syrien
(mit ihrem Flüchtlingsberater Frank Rölin), die auch auf ihre Erfahrungen
und ihren Fluchtgrund aufmerksam machten. Einige weitere Erwachsene.

Marl hat seit Jahrzehnten eine klug entwickelte Sammlung von Skulpturen -
u.a. im öffentlichen Raum. Sie ist auch international angesehen. Diese
galt es zu erkunden, was Georg Elben als Direktor vom Skulpturenmuseum und
Stephan Wolters als Museumspädagoge mit zwei weiteren professionellen
"guides" in drei Gruppen sehr gut gelang. Mischa Kuball mit "Les Fleurs du
Mal" am Rathaus, Carl Fredrik Reuterswärd "Non Violence", Alfred Hrdlicka
"Porträt Dietrich Bonhoeffer", Ossip Zadkine "Großer Orpheus", Wolf
Vostell "La Tortuga" , Ian Hamilton Finlay "A View to the Temple" (seine
Guillotinen), Ilya und Emilia Kabakov "Denkmal für einen Gefangenen"
bildeten die Stationen des spannenden und nachdenklich machenden
Rundganges. Anschliessend vertieften die Teilnehmenden ihre Eindrück bei
Getränken und Pizza im Rathaus-Foyer oberhalb vom Skulpturenmuseum. Dieses
Veranstaltungsformat wollen die Verantwortlichen im kommenden Herbst
fortsetzen.

 


Mittwoch, 11.Dezember 2019, 18 - 21 Uhr. Im Rathaussaal Marl das legendäre Gastmahl mit interkulturellen Darbietungen, Reden am Buffet. Anmeldung nicht erforderlich. Eintritt frei. Rechtzeitig kommen, um Platz zu finden.

Flyer

Gestaltung: Johanna Ries

Download this file (Gastmahl 11.12.19.pdf) Gastmahl 11.12.19.pdf


Samstag, 23. Nov. 2019, 18 - 21 Uhr in der Scharounschule, Westfalenstr.
68 A, 45770 Marl-Drewer: "Frieden ist unsere Antwort auf Krieg":Projekte
vor Ort und Friedenskonzert ´The Armed Man´ von Karl Jenkins.

Eine große und vielfältige Veranstaltung in drei Teilen:
Teil 1 von 18 - 19 Uhr im Scharounschul-Foyer: Markt der Möglichkeiten mit
Info-Ständen zu Frieden, Gerechtigkeit und Naturschutz.
Teil 2 von 19 - 20.30 Uhr in der Scharounschul-Aula: Konzert ´The Armed
Man´ von Karl Jenkins.
Teil 3 von 20.30 - 21 Uhr: Get Together und Ausklang an Ständen und am
Buffet.

Zu Teil 2: die Presseankündigung mit Charakterisierung des Konzerts, von
Stefan Pieper, Medienhaus Bauer, Marl.
 
Flyer Gestaltung: Johanna Ries
 

Montag, 11. Nov. 2019, 18 Uhr: Judith Neuwald-Tasbach: "Frieden in Nachbarschaft und Welt - aus jüdischer Sicht" - Bei dieser jährlichen Kooperationsveranstaltung mit der VHS "die insel" Marl ist nach dem muslimischen Referenten Milad Karimi im vorigen Jahr nun die jüdische Referentin Judith Neuwald-Tasbach an der Reihe. Nächstes Jahr 2020 folgt ein christlicher Referent.

Der Flyer als PDF 

Download this file (Judith Neuwald-Tasbach.pdf)Judith Neuwald-Tasbach.pdf           

Gestaltung: Johanna Ries

 


19. Abrahamsfest Marl Kreis Recklinghausen

www.abrahamsfest-marl.de                                                              Marl, 20.10.2019

 

Presseankündigung:

Für Dienstag, 22. Oktober 2019, 18 bis ca 20 Uhr lädt die Jüdische Kultusgemeinde Kreis Recklinghausen in die Synagoge herzlich ein. Dort ist das Fest „Simchat Thora“ – es hat einen freudigen Charakter, ist öffentlich für Interessierte und steht auch im Zusammenhang mit dem 19. Abrahamsfest in diesem Herbst 2019.

Simchat Thora hat folgenden Inhalt: an diesem Tag ist der letzte Text der Thora, d.h. der fünf Bücher Mose erreicht und wird vorgelesen, nachdem das Jahr über diese fünf Bücher Mose, d.h. die Thora von Anfang bis Ende gelesen wurden. An diesem Abend wird nach der Vorlesung die Thorarolle feierlich durch die Synagoge getragen.  „Simchat Thora“ heißt  auch „Fest der Thorafreude“. In diesem festlich-erfreulich-fröhlichen Sinn findet der Abend von 18 – ca 20 Uhr in den Räumlichkeiten der Synagoge, Am Polizeipräsidium 3, 45657 Recklinghausen statt. Kinder bekommen Süßigkeiten. Mit andern Worten: auch Kinder und Jugendliche sind herzlich willkommen.

Gez. Hartmut Dreier – im Namen der Einladenden der Jüdischen Kultusgemeinde  und der 3 Sprecherinnnen 19.Abrahamsfest: Lilia Vishnevetzska, Beatrix Ries und Intisar Saif.


   

  

Fotos: Ralf Deinl, Medienhaus Bauer/Marler Zeitung

Schirmherr Lorenz Beckhardt (Köln/Bonn) mit einem deutlichen Weckruf:Wer die Vergangenheit begreift, gewinnt die Zukunft. Mein Verständnis für Frieden in Europa und der Welt".

  1. Abrahamsfest Marl 24. Sept. 2019

Pressebericht:

Deutlicher Weckruf: „Wer die Vergangenheit begreift, gewinnt die Zukunft“.

Am 23. Sept. 2019 wurden auch die letzten Stühle voll, als Lorenz Beckhardt (Schirmherr des 19. Abrahamsfestes Marl Herbst 2019) zum Thema sprach „Wer die Vergangenheit begreift, gewinnt die Zukunft“. Im Gemeindezentrum an der Herz Jesu Kirche am Markt in Marl-Hüls wurden die letzten Stühle aus den Ecken geholt, weil der Andrang so groß war. Beckhardt ist Wissenschaftsredakteur beim WDR und Autor des Buches „Der Jude mit dem Hakenkreuz. Meine deutsche Familie“ (2014).

Es war ein sehr aufrüttelnder Abend, in einer sehr lebendigen Dramaturgie. Statt eines Vortrages mit anschließender Diskussion ließ sich Beckhardt interviewen. In drei Abschnitten ging eine Art Zeitreise durch Vergangenheit und Gegenwart.  Silvia Frank stellte Fragen zum Kaiserreich und Weimarer Republik, zu seinen Großeltern väterlicherseits und mütterlicherseits: Großvater Fritz Beckhardt als hochdekorierter Kampfpilot im 1. Weltkrieg für das deutsche Kaiserreich und dann erfolgreicher Kaufmann in Wiesbaden; seine Großeltern mütterlicherseits Familie Hillbrenner in Marl-Hüls. Hartmut Dreier stellte Fragen zur Nazi-Zeit: zum Erleiden der Großeltern, Eltern und Verwandten, deren Verfolgung als Juden, Emigration, Ermordung und Überleben. Muhammet Catmak befragte zur Zeit von 1945 bis heute. Dazu kamen jeweils viele Fragen aus dem großen Publikum, u.a. von SchülerInnen der Willy Brandt Gesamtschule und des ASGSG.

Lorenz Beckhardt erfuhr erst als junger Erwachsener davon, dass er selber Jude sei, aus einer ganz überwiegend jüdischen Familie stammt. Denn seine Familie wollte, dass er – geboren 1961 –  unbeschwert aufwachse und so wurde er in Bonn in einer kath. Internatsschule groß. Er bekennt sich inzwischen als Jude und unterstützt eine „liberale“  jüdische Gemeinde in Köln.

 Breiten Raum nahm ein, wie die AfD und die derzeitige  rechtsradikale Entwicklung hierzulande zu beurteilen ist. Beckhardt spricht von einem erschreckenden anhaltend „schleichenden Prozess“ - im Alltag, in Parlamenten und im politischen Handeln, bei Jung und Alt: Verdrehung von „Fakten“ , gezielte Tabubrüche, „völkisches“ Reden mit Ausgrenzungen, ein Marsch durch die Institutionen, der einen andern, autoritären und totalitären  Staat ansteuert. „Die Notbremse“ sei zu ziehen. Beckhardt: Die neuen Nazis betreiben eine „Selbstverharmlosung“, verstellen sich oft als Biedermänner und streben an, die moderne pluralistische Demokratie des Grundgesetzes abzuschaffen - auf dem Weg über Wahlen. Beckhardt: „Wir dürfen das nicht noch mal zulassen!“

Gez. Hartmut Dreier


Herzliche Einladung zur Pressekonferenz

Download this file (19. Abrahamsfest - 2019 - 8 - endgültig_ handout für Pressekonferenz Einladung dazu.pdf)19. Abrahamsfest - 2019 - 8 - endgültig_ handout für Pressekonferenz Einladung dazu.pdf


Sachbericht vom 18. Abrahamsfest 2018

Download this file (18. Abrahamsfest - 2019 - 2 - Sachbericht endg.pdf)  18. Abrahamsfest - 2019 - 2 - Sachbericht endg.pdf


Die Leitthemen und Schirmherren/Schirmfrauen der vergangenen Abrahamsfeste (im zeitlichen Gang rückwärts)

Geplant: 20. Abrahamsfest 2020: Jugend zwischen den Stühlen/Aktiv. (Schirmherr/-frau: noch offen)

19. Abrahamsfest 2019: Frieden – der Kulturen, Religionen und Völker(Schirmherr: Lorenz Beckhardt, Köln/Bonn, Journalist und Wissenschaftsredakteur, Autor: „Der Jude mit dem Hakenkreuz. Meine deutsche Familie“ – 2014)

18. Abrahamsfest 2018: Kinder!Kinder (Schirmherr: Heinz Hilgers, Präsident Kinderschutzbund in Deutschland)

17. Abrahamsfest 2017: Umbrüche. Aufbrüche (Schirmfrau: Christel Neudeck, Staatspreisträgerin NRW 2016, Christel und Rupert Neudeck weltweit und konkret humanitär menschenrechtlich unterwegs, Gründer von Cap Anamur und von Grünhelme)

16. Abrahamsfest 2016: Zuhause auf dem Planeten Erde. (Schirmherr: Rolf Abrahamsohn – Ehrenbürger des Kreises Recklinghausen, letzter Überlebender des Holocaust hier).

15. Abrahamsfest 2015: Medien in digitalen Zeiten – Teil II (Schirmfrau: Aydan Özoguz, MdB, Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration)

14. Abrahamsfest 2014: Medien in digitalen Zeiten – Teil I (Schirmfrau: wie 2015)

13. Abrahamsfest 2013: Netze knüpfen – Hoffnung und Partnerschaft. (Schirmherr: Guntram Schneider, Minister für Arbeit, Integration und Soziales NRW)

12. Abrahamsfest 2012: Für Bildung braucht´s Viele – Würde und Verantwortung (Schirmherr: Staatssekretär Bernd Neuendorf vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport NRW).

11. Abrahamsfest 2011: Leben. Arbeiten. Feiern(Schirmfrau: Zülfiye Kaykin, Staatssekretärin für Integration NRW)

10. Abrahamsfest 2010: Bildung  - menschlich/Kulturen – vielfältig/Religionen – weltgewandt

9. Abrahamsfest 2009: Jung und alt – Kinder dieser Erde (Schirmherr: Thomas Kufen, Integrationsbeauftragter NRW)

8. Abrahamsfest 2008: Hoffen. Leben. Handeln

7. Abrahamsfest 2007: Gesund/Krank – Heilung, Frieden

6. Abrahamsfest 2006: Wirtschaft und Gerechtigkeit

5. Abrahamsfest 2005: Heimat Europa – Zuhause sein. Heimat finden. In welchem Europa?

4. Abrahamsfest 2004: Grenzen überwinden

3. Abrahamsfest 2003: Blicke ins Weite

2. Abrahamsfest 2002: Begegnungen in Marl. Frieden in der Stadt. Stadt ohne Rassismus

1. Abrahamsfest 2001: wie 2002


Jugendliche der Yunus-Emre-Moschee werden am Sonntag, 16.12.2018 - 14.30 Uhr, Sickingmühler Straße/Ecke Haardstr., 45768 Marl-Brassert ihren neuen Film vorstellen.

Vor 1 Jahr zeigten sie mit imposanten Bildern und Gesprächen das Ankommen der ersten Gastarbeiter für Deutschland aus der Türkei, sowie das Leben in den folgenden Generationen. Die "Alten" saßen dabei draußen auf der Terasse der Moscheegemeinde und ließen ihre Gedanken schweifen. Eingebaut in den Film immer wieder Fotos von der Reise und den ersten Schritten hier in Marl! Dazu die Söhne und Enkel, die stolz von ihren Wegen an Schulen und Ausbildungsplätzen berichteten.

Schon nach dem Film fragten wir die Anwesenden nach ihren Kindheitserfahrungen - die Mütter und die Jüngeren.

Daraus ist wohl dieser wieder beachtenswerte Film entstanden:

"Jüngere fragen - Ältere erzählen: unsere Kindheit"

- Dokumentarfilm, entstanden durch viele Interviews mit Menschen in der Moscheegemeinde und der Freizeit

Ganz herzlich möchten wir Sie zur Premiere am Sonntag, 16.12.2018 um 14.30 Uhr in die Yunus-Emre-Moschee einladen.

gez. Beatrix Ries 

 


Gastmahl am 12.12.18 im Rathaus Marl

Foto: Stadt Marl / R. Effelsberg

Hier der Bericht der Stadt Marl als PDF

Download this file (abrahamsfest_gastmahl_pm_2018-12-14.pdf) abrahamsfest_gastmahl_pm_2018-12-14.pdf


 

  1. Abrahamsfest Marl/Kreis Recklinghausen

www.abrahamsfest-marl.de                                                              30.11.2018

 

Pressebericht mit Fotos: Zweite Rundreise: „Jugendliche erklären Kindern ihr Gotteshaus“. In Zusammenarbeit mit der Willy Brandt Gesamtschule Marl. Erfolgreiche und berührende Halbtags-Reise am MI 28.11.2018

Wie bereits im Anschluss an die 1. Rundreise vom 14.11.2018 berichtet: Nichts ist besser, als wenn ältere Jugendliche  jüngeren Schülerinnen und Schülern ihr Gotteshaus erklären und dabei auch vermitteln, warum sie in ihrer Gemeinde selber aktiv sind. Hier kommt mehr rüber als wenn Erwachsene es erklären. Es ist sehr wichtig, dass Gleichaltrige sich kennen lernen in den aktuellen Stimmungen im Lande, wo Trennendes leider über Gebühr besprochen wird. - Im Rahmen des 18. Abrahamsfestes erlebte eine Klasse der Jahrgangsstufe 10 der Willy Brandt Gesamtschule Marl die Kirche St. Georg in Marl-AltMarl, die Fatih-Moschee in Marl-Hamm und die Synagoge in Recklinghausen. Unterwegs gab es in der Fatih-Moschee auch eine Mittagspause bei Pizza und Getränken. Sie wurden begleitet von Annika Neumann und Ludger Wulf, beide unterrichten an der Willy Brandt Gesamtschule. Beide hatten alles u.a. auch mit Beatrix Ries (18.Abrahamsfest/eine der Sprecherinnen der CIAG Marl) und mit Hartmut Dreier (ebenfalls Abrahamsfest/CIAG-Marl) und den jeweils Verantwortlichen in den drei Gotteshäusern (Beatrix Ries , Imam Bünyamin Gedik, Vorbeter und Kantor Isaac Tourgman) vorbereitet.

Die Begegnung mit Jugendlichen aus den drei Abrahamitischen Gemeinden ist die leitende Idee beim Abrahamsfest und den beteiligten Schulen; daran wird aufgrund der Erfahrungen in 2018 im Blick auf das kommende 19. Abrahamsfest im Herbst 2019 gearbeitet.

Fotos: Ludger Wulf

Text: Hartmut  Dreier


"Niemand ist klein und Nichts!"

  1. Abrahamsfest 2018

 

Bericht: 18. Abrahamsfest in der Familienbiliothek Kinderbücherei „Türmchen“ Marl: Helga Ahlert liest ihre neue Fabel „Das kleine Nichts“.

Am 16. Nov 2018 machten sich die jüngeren Kinder der Goethe-Grundschule in Marl-Brassert auf den Weg zum „Türmchen“, die angesehene Bücherei für die Kinder in Marl. Ihr neues Buch „Das Kleine Nichts“ stellte Helga Ahlert diesen Schulkindern vor. Sie ist darin sehr erfahren und einfühlsam, weil sie als Marler Künstlerin schon seit Jahren unterwegs ist mit immer neuen kreativen Erzählungen und Fabeln  ebenso mit ihrer Puppenspielkunst, zusätzlich zu ihren Aktivitäten  in Städtepartner-schaftsvereinen. In diesem neuen Buch „Das kleine Nichts“ geht es um ein nichtssagendes, kleines, leichtes Stückchen Holz, was auf einem See schwimmt; es fühlt sich zu nichts nütze. Eines Tages verändert dieses kleine Nichts alles im Zusammenspiel mit einem Vogel und einem Fisch.

Diese Fabel fiel Helga Ahlert eines Tages bei einer Reise ein. Sie machte daraus ein wunderbares Bilderbuch zum Vorlesen und drin-Blättern. An dem Buch sind viele beteiligt: In der der Marler Glück-auf-Förderschule malten junge Menschen dazu passende Bilder.  Lioba Anna Balk illustrierte. Helgas Tochter Nicole Ahlert – selber eine versierte Musikpädagogin und Chorleiterin im Kreis Recklinghausen – gestaltete das Layout, nachdem Menschen aus den Partnerschaftsvereinen und der CIAG = Christlich Islamische Arbeitsgemeinschaft Marl diese Fabel übersetzt hatten: ins Englische, Französische, Türkische, Ungarische, Polnische; Beatrix Ries fädelte solche Übersetzungen ein.

Inzwischen lesen in Marl Kinder in diesem Vorlesebuch in 6 Sprachen. Es ist unterwegs in die Partnerstädte Marls. Und Helga Ahlert kündigt bereits ihr nächstes Bilderbuch an „Der einsame Apfel“.

Die Kinder der Goetheschule unterhielten sich eine Stunde lang über ihre Lebenspläne und Erfahrungen. Helga Ahlert: „Niemand  ist klein und ist nichts“.

Gez. Hartmut Dreier

 


Foto: H. Dreier

  1. Abrahamsfest

Bericht:

Das 18. Abrahamsfest im Grimme-Institut Marl: „Kino – echt anders“

Am 20. Nov. 2018 vormittags bevölkerten rund 100 Kinder der beiden benachbarten Grundschulen im Marl-Drewer: Martin Buber und Aloysius das Grimme-Institut. Hier zeigten die beiden Grimme-Fachleute Aycha Riffi und Stefan Schröer zwei Filme, die  zum intensiven Gespräch miteinander anregten. So will es das Format „Kino – echt anders“:

Gezeigt wurde zunächst der Film: Nieuw/Alles Neu! Von der niederländischen Filmemacherin Eefje Blankevoort (von 2014). Die Story: Tanans (8 Jahre) dachte immer: Die Weißen malen sich weiß an. Jetzt ist er mitten unter ihnen und wohnt zum ersten Mal in einem richtigen Haus. Tanas kam aus einem Flüchtlingslager in Uganda nach Holland. Mit großen Augen erkundet er seine neue Heimat und hört, wie die Menschen sprechen. Er wundert sich oft, denn ihre holländische Sprache kling oft wie „chrr“. – Frage: Wird das Leben nun endlich gut?

Dieser Film wurde vielfach ausgezeichnet.

Nach einer Gesprächsrunde folgte wie vorher verabredet der andere Film:

199 Kleine Helden: Zozooloi aus der Mongolei.

Filmemacherin: Sigrid Klausmann-Sittler (von 2018)

Die Story: Kein Strom, kein Internet: Wenn Zozooloi nach Haus kommt, kehrt sie in ein anderes Zeitalter zurück. Ihre Eltern leben als Nomaden im Altai-Gebirge in der Mongolei. Se ist gerne zuhause aber hat sich doch an das Leben in der Stadt gewöhnt, wo sie die Schule besucht und im Internat lebt. Voller Sorge beobachtet sie, wie sich das Klima in den Bergen immer mehr verändert, das Eis schmilzt und Wasser wird knapp „Wenn das so weiter geht, gibt es bald keine Nomaden mehr“, sagt sie.

Die Grundschulklassen 3 und 4 waren beeindruckt – von diesem Ausflug ins Grimme-Institut und von dem, was sie dort erlebten.

Die Verantwortlichen vom 18. Abrahamsfest (Beatrix Ries und Hartmut Dreier)  und vom Grimme-Institut (Aycha Riffi und Stefan Schröer)  machten zum Schluss schon Pläne für Herbst 2019. Dann geht es beim 19. Abrahamsfest  um „Frieden“ – und mit älteren Schulklassen werden Filme zum Thema angesehen und diskutiert werden.

 


Foto: H. Dreier

18. Abrahamsfest Marl

www.abrahamsfest-marl.de                                                                            29. Nov. 2018

Pressebericht: Prof. Milad Karimi überzeugte und macht Hoffnung.

Am Dienstag, 27. Nov. 2018 war zu Gast in Marl einer der bekanntesten deutsch-sprachigen Muslime in Europa Prof. Dr. Ahmed Milad Karimi (Münster) zum Thema: „Eure Kinder sind nicht eure Kinder! Was es heißt, Kinder Abrahams zu sein.“ Im Rahmen des 18. Abrahamsfestes und in Kooperation mit der VHS „die insel“ Marl fand der Abend bei „Friedenswege e.V.“ in Marl-Drewer statt. Das frühere Klassenzimmer füllten die ca 60 Anwesenden, im anderen Klassenraum gab es in der Pause ein Buffet mit guten Gesprächen. Orahn Taskin (Marl) improvisierte auf der Bambusflöte auf Wunsch von Prof. Karimi.  Die Atmosphäre war in jeder Hinsicht „dicht“.

Karimi ist als 14-Jähriger mit seiner Familie aus Kabul in Afghanistan geflohen, über Indien, Russland und Kasachstan kamen sie nach gut 2 Jahren Flucht nach Deutschland. Milad Karimi wuchs in Darmstadt auf. Er bezeichnet sich als ein „Zwischenweltler“. In seiner Lebensbeschreibung (im Verlag Herder) beschreibt er seine Liebe zum Koran und zur Philosophie; 1979 in Kabul geboren  lehrt er heute als einer der jüngeren Professoren an der Uni Münster, am Zentrum für Islamische Theologie mit seinen rund 1.000 Studierenden der islamischen Theologie und Religionspädagogik. Auch in Marl machte Prof. Karimi Hoffnung.

Im Anschluss an den libanesischen Denker Khalid Gibran legte er dar: Kinder kommen zur Welt durch ihre Eltern aber sie gehören ihnen nicht sondern „ihre Seele wohnt im Haus der Zukunft“. Daher ist geht es darum, vom Kind her zu denken, aus der Perspektive von Kindern. Sie brauchen Schutz und hier betonte er eindringlich die Rechte der Kinder, ihre Bildung, friedliche Verhältnisse, die universal gültigen Menschenrechte. Er deutete Kinder im Koran wie Josef, Mose, Jesus, Abraham und Mohammed und verwies dabei auf die benachbarten heiligen Schriften Thora und Bibel. Die drei Abrahamitischen Religionen verehren einen gemeinsamen Gott; dabei spricht Karimi überwölbend nicht von „Jahwe“, „Dreieiniger Gott“, „Allah“ sondern vom „Ewigen“. „Wenn Du Dich auf Deine Religion berufst, musst Du Dich auf die anderen Religionen einlassen.“

Karimi äußert sich in dieser Weltepoche von Fundamentalismus und Terrorismus auch selbstkritisch zum Erscheinungsbild des Islam, weltweit und hierzulande. So bittet er – warmherzig wie er ist - die hiesigen Muslime, sich als Botschafter der Menschlichkeit und der Gerechtigkeit für alle zu bewähren. „Als Angehörige unserer je eigenen Religion und Religionen haben wir eine gemeinsame Aufgabe für alle Kinder, Älteren, für alle Menschen“. „Was ist unser Glaube wert, wenn er nicht allen hilft?“  Jeder müsse sich darauf ansprechen lassen, Kind (gewesen) zu sein und alt zu werden. Flucht und Flüchtling – das sind Risiken oder Erfahrungen aller Menschen, auch weltweit heute. Karimi spricht praktisch, konkret – auch gegen Krieg, Intoleranz, Denken in schwarz-weiß. Dabei ist ihm wichtig: „Das Gute erwächst aus dem Schönen“. Schönes ist nach seiner Überzeugung Teil des Islam und der Abrahamitischen Religionen und eigne sich als Brücke zwischen ihnen – zum Wohlsein der Menschheit.

Gez. Hartmut Dreier

Die nächsten Veranstaltungen im 18. ABF: Freitag, 30. Nov 16 Uhr. Pizza & Filme. Ort: KBC – Kunterbuntes Chamäleon, G.Herwegh Str., Marl-Hüls

MI 12. Dez. 17 – 20 Uhr: Gastmahl zum 18. Abrahamsfest. Ort:Rathaussaal Marl

SO 16. Dez. 14.30 Uhr: Der neue Dokumentarfilm: „Jüngere fragen/Ältere erzählen – unsere Kindheit“. Ort: Yunus Emre Moschee, Sickingmühlerstr. 100 B.

 


18. Abrahamsfest Marl: der nächste Höhepunkt:

  1. Abrahamsfest Marl

www.abrahamsfest-marl.de                                                              18.11.2018

 

Presseankündigung:

Einladung zur nächsten großen Veranstaltung des 18. Abrahamsfestes Marl am Dienstag, 27. November 2018, 18.00 – 20.30 Uhr: Prof. Ahmed Milad Karimi (Münster): „Eure Kinder sind nicht eure Kinder! Was es heißt, Kinder Abrahams zu sein“. Vortrag und Gespräch. Im kulturellen Begleitprogramm ist Orhan Taskin (Marl) auf seiner Bambusflöte zu hören. Ort: Friedensweg e.V. Vereinsheim, Wiesenstr. 22, 45770 Marl-Drewer, Zugang über die Karl-Liebknecht Str. 12 – 14. Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit der VHS „die insel“ Marl. Eintritt: frei.

Der Referent Ahmed Milad Karimi lehrt am Zentrum für Islamische Theologie der Uni Münster/W. Er zählt zu den profiliertesten und bekanntesten Stimmen im Islam in Deutschland. 1979 in Afghanistan geboren und mit der Familie nach Deutschland geflohen, lebt er seit mehr als 25 Jahren hier und ist nun Professor. „Ein ungewöhnlicher Bildungsweg“, sagt er. Er weiß selber aus eigenem Erleben damals in Afghanistan, was es heißt Abschied zu nehmen. Er nennt sich einen „Zwischenweltler“.

Im Thema des Abends knüpft er an bei Khalid Gibran, einem andern „Zwischenweltler“ aus dem Libanon. „Eure Kinder sind nicht eure Kind. Sie sind die Söhne und die Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst“ (Gibran).

Kommen Sie rechtzeitig, die Veranstaltung beginnt pünktlich um 18 Uhr.Wer den Ort zum ersten Mal sucht, braucht vielleicht etwas länger.

Gez. Intisar Saif, Mona und Meriam Lihedheb, Beatrix Ries

Hier der Flyer  zum Vortrag als PDF

 Download this file (16. Abrahamsfest - 2017 - 4 - Sachbericht B korr.pdf)  Karimi-Flyer.pdf

Im musikalischen Rahmenprogramm spielt Orhan Taskin (Marl) auf der Flöte.


Interkulturelle Trainings im Abraham Haus Marl : "Wie Juden, Christen und Muslime leben und feiern".

Am 6.11.18 - tagsüber: Abraham Haus mit Mitarbeitern der Diakonie.

Am 7.11. - vormittags (9 - 12 Uhr) : eine Schulklasse und nachmittags (13 - 15.30 Uhr) eine OGS-Gruppe - beide von der Martin-Buber Grundschule Marl-Drewer

Am 8.11. - vormittags (9 - 12 Uhr) : eine Schulklasse und nachmittags (13 - 15.30 Uhr) eine OGS-Gruppe - beide von der Bonifatiusschule Marl-Brassert/Stadtmitte.

Ort: Abraham Haus, Karl-Liebkencht Str. 10, 45770 Marl-Drewer. 

Was passiert im Abraham Haus? In Trainings gehen die Schulkinder (oder Erwachsenen) in drei Untergruppen nacheinander durch jeweils einen jüdischen, einen christlichen und einen islamischen Raum, wo sie aus erster Hand etwas zum gemeinsamen, vorher verabredeten Thema erfahren. Solch ein Training beginnt und endet jeweils im Plenum. Beim Abschied fragen oft genug Kids: "Können wir morgen wieder kommen?"

Das Projekt wurde vor mehr als 10 Jahren in Krefeld in einem Projekt eines Jugendheimes in kath. Trägerschaft begonnen. Wir haben es für Marl in früheren Abrahamsfesten ausgeliehen und vor einigen Jahren in Marl von den Krefelder Erfindern übernommen, wobei der Ev. Kirchenkreis Recklinghausen finanziell aktiv wurde. Der katholische Kolpingverein in Marl-Drewer hat seitdem die Räumlichkeiten kostenfrei für das Abraham Haus zur Verfügung gestellt. Verantwortlich für das Abraham Haus: Jens Flachmeier mit Team, zu dem u.a. gehören: Lilia Vishnevetska und Katharina Novitzka, Beatrix Ries mit Günter Tewes und Roland Wanke und Ingo Janzen (als Verbindungsperson zum Ev.Kirchenkreis Recklinghausen) sowie Nazife Güner und Hasibe Koc.

In diesem November-Zeitraum des 18. Abrahamsfestes 2018  ist die Anmeldung für ein Training im Abraham Haus leider nicht mehr möglich. Für künftige Anmeldungen empfiehlt sich der Kontakt zu Jens Flachmeier, Tel. 0178 14 16 514.


Herzliche Einladung:

Ev. Frauenhilfe Marl-Hüls und  18. Abrahamsfest Marl:

 

         Heinrich Bücker

       (Pfarrer em., Recklinghausen)

 

   liest aus seinem Buch

 

  „Abraham und Sara,

       eine  Liebesgeschichte?

 

        Wann? Mittwoch, 7.11.2018 15.00 Uhr

        Wo?    Pauluskirche Marl-Hüls

 

Römerstr. 57 45772 Marl

 

  Musikalische Begleitung mit lyrischen Gesängen:

 Eintritt: frei


 

 

 

 

 

 

 

Marler Zeitung/Medienhaus Bauer, 9.10.2018.

Hier ein Link über die DKSB Veranstaltung am letzten Freitag:

https://www.youtube.com/watch?v=PCzkKT8giWk


18.Abrahamsfest Marl

Bericht:

Beim Familiennachmittag des 18. Abrahamsfestes in der Scharounschule beweisen Kinder ihre Kreativität.

Mit bunten Mitmachaktionen lockte der Familien-Nachmittag des 18. Abrahamsfestes am Sonntag in der Scharounschule viele Kinder und Jugendliche an. Es gab zahlreiche Spielstationen und Info-Stände. Außerdem konnten die Mädchen und Jungen an kreativen Workshops des Begegnungszentrums Intercent, des Kulturvereins Raduga und des Nachbarschaftszentrums Hüls-Süd teilnehmen oder sich einen Dokumentarfilm  der Yunus Emre Moschee ansehen.

Für Groß und Klein fanden Führungen durch die Scharounschule statt, die die Aloysius- und die Musikschule der Stadt Marl beherbergt. Theo Laebusch und Simon May traten beim Familiennachmittag als „Scharoun-Guide“ auf. Gemeinsam mit ihrem Schulfreund Ilker Pecker führten sie interessierte Besucher durch ihre ehemalige Schule.Simon erklärte den Teilnehmern den Hintergrund der großen runden Fenster: „Der Architekt Hans Scharoun wurde in Bremerhaven geboren, deswegen sollte das Fenster, das ihr hier hinter mir seht, für das Bullauge eines Schiffes stehe“, so Simon.

Die Scharounschule spielt auch für die Christlich-Islamische Arbeitsgemeinschaft (CIAG) – zusammen mit der Jüdischen Kultusgemeinde im Kreis Recklinghausen – als Veranstalter des Abrahamsfestes eine besondere Rolle. „Die Scharounschule ist ein Ort für alle Generationen. Wir freuen uns sehr, dass wir durch die enge Zusammenarbeit mit den Leitern der Musik- und der Grundschule die Räume für uns nutzen können“, betont Beatrix Ries, eine der Sprecherinnen der CIAG-Steuerungsgruppe.

Mit eigenen Ständen waren beim Familienfest der Kinderschutzbund Marl, der Verein Kulturmäuse, das HOT Hülsberg, der Verein Friedensweg, die Eltern-Initiative Hüls-Süd, das Kunterbunte Chamäleon sowie die ESM (Ev. Stadtkirchengemeinde Marl) und der Jugendtreff WiLLmA der Friedenskirche vertreten. Bei WiLLmA durften sich die Kinder kreativ mit Zeitungsstäben in einem großen Gerüst verewigen.

Das Motto lautet „Kinder!Kinder“: Den Familien-Nachmittag gibt es schon seit Beginn der Abrahamsfeste. Doch da das diesjährige Fest unter dem Motto   „Kinder!Kinder“ steht, war es laut CIAG-Sprecherin Beatrix Ries besonders wichtig, speziell an diesem Tag an alle Erwachsenen zu appellieren, Kinder wertzuschätzen. „Kinder sind ein Geschenk. Es darf nicht sein, dass Kinder von der Grundsicherung leben müssen – auch nicht in Marl.“ Ries freut sich sehr darüber, dass der Schirmherr des diesjährigen 18.Abrahamsfestes Heinz Hilgers der Präsident des Kinderschutzbundes in Deutschland ist. „Wir sind sehr stolz, dass Heinz Hilgers sogar im Oktober in Marl über Kinderarmut und Kinderrechte aufklären wird“. Für die über  200 Besucher endet der Familien-Nachmittag mit einer Abschlussversammlung in der Aula der Scharounschule. Neben einem Auftritt der Band der Musikschule präsentierten die Teilnehmer der Tanz- und Roboterworkshops ihre Ergebnisse.

Quelle: Sina Dietz (Marler Zeitung, 25.9.2018)


Gedanken, Thesen zu "Bildungschancen für Kinder - Kinderarmut - Kinderrechte im Jahr 2018"

Liebe Freunde der Kinder, Jugendlichen und Familien hier in Marl,

ganz herzlich möchten wir Sie zu einem interessanten Abend mit Herrn Heinz Hilgers, dem Vorsitzenden des Deutschen Kinderschutzbundes, einladen.

Kommen Sie am 5. Oktober, 18.00-20.00 Uhr, zu uns, hören Sie die Gedanken, Thesen zu "Bildungschancen für Kinder - Kinderarmut - Kinderrechte im Jahr 2018" und diskutieren mit.

liebe Grüße

Beatrix Ries

(verantwortlich im Team, für die Öffentlichkeitsarbeit des 18. Abrahamsfestes Marl)

Hier die Einladung als PDF:

Download this file (ABF 2018 Hilgers 001.pdf)  ABF 2018 Hilgers 001.pdf


Eindrucksvoller Auftakt des 18. Abrahamsfestes in der Synagoge.

Foto: Sebastian Balint, Medienhaus Bauer

Zum Fotoalbum auf das Bild klicken

 

Religionen stehen eng beisammen

INNENSTADT. In der Synagoge wurde das 18. Abrahamsfest eröffnet. Es steht

unter dem Motto „Kinder, Kinder“. Sie glänzten mit ihren Aufführungen.

 

Mit einem lebhaften Fest wurde am Sonntagnachmittag das 18. Abrahamsfest in der Synagoge Recklinghausen eröffnet. Im Namen der Gemeinde hieß Dr. Mark Gutkin die Gäste in der voll besetzten Synagoge willkommen. Neben Vertretern aus Politik und Verwaltung waren auch Vertreter der drei großen Weltreligionen gekommen.

Der stellvertretende Landrat des Kreises Recklinghausen, Hilmar Claus, lobte das Abrahamsfest als wichtiges Zeichen für die Gemeinschaft der drei großen Religionen.

„Rechte versuchen derzeit, die Menschen in diesem Land gegeneinander aufzuhetzen“, so Claus „Dem müssen wir entschieden entgegentreten.“

„Kinder, Kinder“ ist das Motto des diesjährigen Abrahamsfestes. Und gleich die erste Darbietung ließ die Herzen der Gäste dahinschmelzen. Die jüdische Kindertanz- gruppe begeisterte das Publikum durchweg und erntete dafür tosenden Applaus.

Es folgte der Auftritt des Jüdischen Chores Herten/Recklinghausen. „Es handelt sich um sehr bekannte jüdische Lieder“, ließ die Chorleiterin das begeisterte Publikum wissen. Aus Marl war der Gospelchor Rainbow der Evangelischen Stadt-Kirchengemein- de gekommen, auch dessen Beiträge fanden großen An- klang. Viel Applaus erntete Amina (9) aus Mazedonien mit ihrem Liedbeitrag.

Den feierlichen Abschluss der Veranstaltung setzte aber Kantor Isaak Tourgman. Mit dem Blasen der Schofar (ein altes Musikinstrument aus dem Vorderen Orient) leitete er sein Schlussgebet ein, in- dem er dazu aufrief, ein jeder möge daran arbeiten, ein besserer Mensch zu sein. Nach dem gut 90-minütigen Programm lud die Gemeinde die Gäste zum Essen vor der Synagoge ein. Selbstgemachte israelische Köstlichkeiten, von Hummus bis zu Falafel, wurden angeboten. „Das hat der Isaac alles selbst gemacht“, wusste eine Besucherin zu berichten „Und ich sage Ihnen: Es ist köstlich.“ Widersprechen wollte dem niemand.

 Download this file (Tageszeitung_E-Paper-Ausgabe_Recklinghaeuser Zeitung_Dienstag, 18 September 2018.pdf)  Tageszeitung_E-Paper-Ausgabe_Recklinghaeuser Zeitung_Dienstag, 18 September 2018.pdf


Auftakt des 18. Abrahamsfestes in der Kreis-Synagoge in Recklinghausen.
Ansprache im Namen des Kreises Recklinghausen.

 

Stellv. Landrat Hilmar Claus

Rede zur Auftaktveranstaltung des 18. Abrahamsfestes

16.09.2017, Synagoge der jüd. Kultusgemeinde  Recklinghausen

 

Vor 220 Menschen aller Generationen kam die Begrüßungsrede vom Kreis RE sehr gut an: Sellvertretender Landrat Hilmar Claus (Castrop-Rauxel) sagte:

 

Sehr geehrter Herr Dr. Gutkin,

sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter der Glaubensgemeinschaften, liebe Mitglieder der Chöre,

meine Damen und Herren, liebe Kinder, ich freue mich sehr, heute hier zu sein und darf Ihnen die

herzlichsten Grüße des Kreises Recklinghausen zum  18. Abrahamsfest überbringen.

 

Das Abrahamsfest ist eine besondere Veranstaltung in unserer Region. Denn es ist ein gemeinsames Fest – von und für drei Religionen. Es zeigt, was Gemeinschaft leben heißt: Gegenseitiger Respekt, Toleranz, Verständigung und Akzeptanz, Begegnung und Frieden zwischen den Religionen und im Gemeinwesen.

Es ist gut und wichtig, dass wir gemeinsam feiern, dieses Zeichen setzen für die Gemeinschaft der Religionen,

das friedliche Miteinander von Juden, Muslimen und Christen. Denn wir alle fühlen uns hier zu Hause. Wir alle haben hier im Übergang vom Ruhrgebiet zum Münsterland unseren Lebensmittelpunkt, unsere Freunde und unser soziales Umfeld.

Blicken wir auf die aktuellen Ereignisse in Chemnitz - rechtsradikale Gruppierungen, die versuchen, die Menschen in diesem Land zu trennen, gegeneinander aufzuhetzen, Schuldige zu suchen - ist es umso wichtiger, dass wir zusammenstehen.

Religionsübergreifend Flagge zu zeigen und für das gemeinsame zu werben. Statt nach Unterschieden zu suchen, feiern wir die Gemeinsamkeiten.

Das soll die Botschaft sein.

 

Liebe Kinder,

schön, dass ihr alle Teil des diesjährigen Abrahamsfestes seid.

Redet miteinander, zeigt euch gegenseitig, was eure Religion ausmacht. Ich bin sicher, ihr findet viele Gemeinsamkeiten. Und seid bitte immer neugierig und offen für andere Religionen, Bräuche und Kulturen. Denn ihr seid es, die die Zukunft bestimmen.

Ich freue mich schon sehr auf „Gesang und Klang“, wie es in der Einladung heißt. Allen ein herzliches Dankeschön für Ihre heutigen Beiträge!

Vielen Dank an alle Veranstalter, Förderer, Kooperationspartner, Helferinnen und Helfer, die dieses 18. Abrahamsfest auf die Beine gestellt und unterstützt haben.

Ich wünsche Ihnen und Euch für heute, für die nächsten Tage und Monate ein fröhliches Abrahamsfest!

 


  1. Abrahamsfest Marl/Kreis Recklinghausen

www.Abrahamsfest-Marl.de                                                                                          10.Sept. 2018

Presseankündigung: Mit einem würdigen friedlichen Auftakt „Klänge und Töne“ beginnt das 18. Abrahamsfest Marl im Kreis Recklinghausen.

Das 18. Abrahamsfest mit dem diesjährigen Gesamtthema „Kinder!Kinder“ beginnt mit einem schönen festlichen Auftakt am Sonntag, 16. Sept. 2018 um 17 Uhr in der Synagoge der Jüdischen Kultusgemeinde Kreis Recklinghausen. Adresse: Am Polizeipräsidium 3, 45 657 Recklinghausen. Dem etwas einstündigen Programm mit dem Thema „Töne und Klänge“  in 6 musikalischen Kurzdarbietungen folgt eine Möglichkeit zu Gesprächen am koscheren Buffet.

Die 6 musikalischen Beiträge sind: Jüdische Kindertanzgruppe (Leitung Viktoria Umantseva),  Jüdischer Chor „Chag Sameach“(Leitung: Diana Zabyelina), Christlicher Ökumenischer Kinderchor St. Michael-„Gummibärenbande“- Paulus Marl (Leitung: Nicole Ahlert), Christlicher Erwachsenenchor „Rainbow Gospelchor“ Marl (Leitung: Charlotte Charlier), Muslimischer Kinder-Projektchor Marl (Leitung: Meryam Mona Lihedheb) ,Islamische Ilahi Grub der Fatih-Moschee (Leitung: Abdullah Özsoy). Abschließend stimmt Vorbeter Kantor Isaac Tourgman Segen und Gesang an und er lädt ein zum anschließenden Buffet. Die Begrüßung zum Auftakt hält Dr. Mark Gutkin, Vorsitzender der Jüdischen Kultusgemeinde Kreis Recklinghausen. Zwischen Auftritten spricht ein Vertreter des Kreises Recklinghausen ein Grußwort. Die Moderation liegt bei Darya Bondarenko (Jugendleiterin in der Jüdischen Gemeinde).

Anmeldungen sind nicht erforderlich. Bei Bedarf rücken wir zusammen. Die Veranstaltung ist entgeldfrei.

Die Veranstalter freuen sich auf ein weiteres interkulturelles, interreligiöses Ereignis. Jedes Abrahamsfest hat drei programmatische Leitbegriffe: „Begegnungen“. „Frieden in der Stadt“. „Rassismus überwinden.“  Die drei Abrahamitischen Religionen fördern hier das gute Miteinander, in diesem Jahr schon zum 18. Mal seit Herbst 2001. Der Termin des Auftaktes am 16.September liegt wenige Tage nach dem jüdischen Neujahrsfest „Rosh-ha-Shanah“ und nach dem Islamischen Neujahrtag „Muharram“.

Kontakte.

Jüdische Kultusgemeinde Kreis RE: 02361 – 15 136

Abrahamitisches Sprecherinnenteam 18.Abrahamsfest: Lilia Vishnevetska, Tel. 0163 481 29 23 /Beatrix Ries, Tel. 02365 – 674 50/Intisar Saif, Tel. 0176 72 27 88 39

Gez. Hartmut Dreier, Tel. 02365 – 4 20 76 

Plakat und Flyer als PDF

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Das 18. Abrahamsfest 2018 beginnt am Sonntag, 16. September 2018. Alle Veranstaltungen und Infos. 

Hier das Plakat und den Flyer als PDF

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MI 29.8.2018, 16.00 - 17.30 Uhr:Monatsplenum der Aktiven in der 
Scharounschule,Westfalenstr. 68 a, 45770 Marl-Drewer
In diesem Rahmen ab 16.15 Uhr Pressekonferenz Vorstellung des 18. 
Abrahamsfestes Marl Herbst/Winer 2018 

 

  1. Abrahamsfest 2018

www.abrahamsfest-marl.de                                                                                  22.8.2018

Basis- Infos für die Presse/Medien u.a.:

Das diesjährige 18. Abrahamsfest Marl hat das Gesamtthema „Kinder, Kinder!“ und beginnt am Sonntag 16.Sept. 2018 um 17 Uhr in der Synagoge in Recklinghausen. Es folgen bis zum Gastmahl im Rathaus Marl am Mittwoch 12. Dez. 2018 um 17 Uhr fünfundzwanzig  Veranstaltungen, Aktionen und Workshops mit Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen - mit allen Generationen. Zusätzlich behandeln 4 Projekte wichtige Themen mit vielen weiteren Terminen. - Seit dem 1. Abrahamsfest Marl im Herbst 2001 gilt als Zielsetzung: „Begegnungen! Frieden in der Stadt! Stadt ohne Rassismus!“.

Schirmherr des 18. Abrahamsfestes: Heinz Hilgers als Vorsitzender vom Kinderschutzbund in Deutschland (Remagen,Rhein). Er spricht und diskutiert am Freitag, 5. Okt. 2018, 18 Uhr im Pfarrheim St. Josef, Bergstr. 115, Marl zum Thema „Kinderarmut, Kinderrechte“.

Das Gesamtthema dieses 18. Abrahamsfestes lautet: „Kinder, Kinder!“. Sie stellen weltweit die Mehrheit der Menschheit; in unseren europäischen Gesellschaften, die offensichtlich „altern“, gilt auch das Wort: „Kinder sind unsere Zukunft!“. Die Abrahamsfeste in Marl sind wichtig in Zeiten von Abschottungen, Mauern (auch in Köpfen), im sog. "Kampf der Kulturen" (in Wirklichkeit: Kämpfe zwischen Extremisten, die Kulturen und Religionen missbrauchen)! Sie sind wichtig inmitten von Polarisierungen und Spaltungen in Gesellschaften bis hinein in Familien und Gemeinden! Sie bewirken Verbindungen vor Ort und in der Region: Es sind vertrauensbildende Projekte, die auch andern an anderen Orten in der Welt Mut machen! Gut nachbarschaft- liche Kooperationen sind wichtiger, als je zuvor – seit wir vor 18 Jahren im Jahre 2001 das 1. Abrahamsfest  begannen. Wir betreiben Friedensarbeit mit Sensibilität für unterschiedliche Religionen, Kulturen und Überlieferungen. Wir bewirken Verbindendes. Wir beweisen das Gegenteil vom Auseinanderdriften mit all seinen (auch politisch) schädlichen Wirkungen.

Wir erreichten im vorigen Jahr circa 3.000 Menschen, zwei Drittel Kinder und Jugendliche! In den Städten des Kreises Recklinghausen und darüber hinaus. Das Abrahamsfest Marl/Kreis Recklinghausen ist überregional bekannt. Unsere Homepage wird stark besucht.

  1. Auftakt und Abschluss: mit allen Generationen:

# Auftakt: (1.) Das 18. Abrahamsfest beginnt am Sonntag, 16. September 2018 um 17 Uhr in der Synagoge in Recklinghausen, mit einem einstündigen Konzert „Töne und Klänge“, in 6 Auftritten treten jeweils Kinder oder Erwachsene auf: die Jüdische Kindertanzgruppe (Leitung: Viktoria Umantseva) und der Jüdische Chor „Chag Sameach“ (Leitung: Diana Zabyelina). Der Christliche Ökumenische Kinder-Projektchor „Gummibärenbande“ (Leitung: Nicole Ahlert) mit einem 9-jährigen Pianisten (einem Flüchtlingskind aus Syrien) und der Gospelchor „Rainbow“ (Leitung: Charlotte Charlier). Der muslimische Kinder-Projektchor Friedensweg (Leitung Mona/ Meriam Lihedheb) und das Ensemble Say Ilahi Grub (Leitung: Abdullah Özsoy). Anschließend ist Raum und Zeit für viele Gespräche bei koscherer Bewirtung. Auch finanzielle Kooperation mit dem Abrahamischen Forum in Deutschland e.V. (Darmstadt).

# (2.) Ein Familien-Nachmittag für alle Generationen folgt am Sonntag, 23. September 2018, 14.30 - 17.30 Uhr in der Scharounschule, Westfalenstr. 68 a, 45770 Marl-Drewer. Diese Veranstaltung lockt in das wunderbare Gebäude der Scharounschule, mit Mitmach-Aktionen, Darbietungen, Infoständen, Gesprächsrunden und Buffet.

# Abschluss: Mittwoch 12. Dez.  2018, 17.00 – 20.00 Uhr im Rathaus Marl: Das 18. Abrahamsfest endet mit dem Gastmahl, mit interkulturellen Darbietungen, gemeinsamem Essen am Buffet, mit allen Generationen, Kulturen und Religionen. Ein inzwischen „legendärer“ Abend, im vergangenen Jahr mit 300 Menschen aus allen Generationen, u.a. mit geflüchteten Menschen unterschiedlicher Kontinente. Auch finanzielle Kooperation mit der Engel Stiftung Marl.

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  1. Mehr als die Hälfte der Veranstaltungen des 18. Abrhamsfestes bewegt Kinder und Heranwachsende, an ihren unterschiedlichen Lebensorten.

# Kinder aus Kirchen und Moscheen besuchen sich in ihren Stadtteilen: zu Terminen nach Absprachen.

# Viermal nachmittags: „Kinder erleben Filme zu Themen, die Kinder auf der ganzen Welt bewegen, dazu Pizza essen und miteinander reden“:

Freitag, 14. September 2018 um 16 Uhr auf Einladung vom Ernst-Reuter-Haus, Sperberweg3, 45772 Marl-Hamm.

Sonntag, 18. November 2018, 15 Uhr: auf Einladung vom Jüdischen Kinder-Jugendclub Agada der Synagoge in Recklinghausen

Freitag, 30. November 2018, 16 Uhr: auf Einladung ins Pfarrheim St.Josef, Bergstr. 115, 45770 Marl-Drewer

Mittwoch, 5. Dezember 2018, 16 Uhr: auf Einladung ins  Jugendkulturzentrum KBC „Kunterbuntes Chamäleon“ an der Martin Luther King Schule, G.Herwegh Str,, 45772 Marl-Hüls.

# In den Herbstferien: Freitag, 19.Oktober 2018, 13.30 – 15 Uhr: Besuch im Medienhaus Bauer: Redaktion Panda&Ogi und Zeitungsdruck (begrenzte Teilnehmerzahl für Kinder von 8 bis 10 Jahren, nach vorheriger Anmeldung in kooperierenden Einrichtungen bis Mitte Okt. )

# Im Abraham Haus (Karl Liebknechtstr.10, 45770 Marl-Drewer): Kreativ sein, einen Halb-Tag lang intensiv erfahren und lernen zwischen 5. und 9. November 2018: jeweils vormittags von 9 – 12 Uhr  oder nachmittags von 13 – 15.30 Uhr, Kinder aus 6 Grundschulen unter dem Motto „Judentum, Christentum und Islam – zum Anfassen“. Immer wieder fragen sie beim Weggehen, ob sie morgen wieder kommen können.

# Freitag, 16. November 2018, von 10 – 12.30 Uhr sind Grundschulen in der Familien-Bibliothek „Türmchen“ (Eduard Weitsch Weg 13 am Marler Rathaus) und lassen sich faszinieren von Helga Ahlerts neuer Fabel „Das kleine Nichts“ – was dachte, es wäre nichts! (vorherige Anmeldung bis Mitte Okt).

# Nach dem großen Erfolg im vorigen Jahr:  Jugendliche erklären jüngeren SchülerInnen ihre Gotteshäuser: Zwei Rundreisen: am Mittwoch 14 .November von 10.30 – 16 Uhr ist die Martin Luther King Schule mit 25 SchülerInnen und Lehrkräften unterwegs: zuerst um 10.30 Uhr in der Pauluskirche, dann um 12.10 Uhr in der Fatih-Moschee  und schließlich um 15 Uhr in der Synagoge in RE. Am Mittwoch 28. November 2018  ist die Willy Brandt Gesamtschule mit 25 SchülerInnen unterwegs: 10.30 Uhr in St.Georg, 12.10 Uhr  in der Fatih-Moschee und 15 Uhr in der Synagoge in RE. Jeweils ältere Jugendliche wirken als „guides“ in ihrem jeweiligen Gotteshaus.

# Dienstag, 20. November 2018, 11 – 12.30 Uhr: „Kino echt anders“. Ausgewählte Kurzfilme erleben 3. und 4. Klassen aus drei Grundschulen im Grimme-Institut, Eduard Weitsch Weg 25, 45768 Marl-Mitte.

3: Dazu kommen spannende Veranstaltungen mit Erwachsenen (und älteren Jugendlichen):

# Freitag, 5. Oktober 2018, 18.00 – 20.00 Uhr: Auf Einladung und in Kooperation mit dem Kinderschutzbund Marl: Heinz Hilgers als Schirmherr des 18. Abrahamsfestes und als Vorsitzender vom Kinderschutzbund in Deutschland (Remagen, Rhein) spricht und diskutiert zum Thema „Kinderarmut, Kinderrechte“. Ort: Pfarrheim St. Josef, Bergstr. 115, 45770 Marl. Rahmenprogramm mit Schule und Profis

# Mittwoch 7. November 2018, 15 – 17 Uhr: Heinrich Bücker und Musikgruppe SOMA (Sylvia Gräber, Jörg Schneider): „Abraham und Sarah – eine Liebesbeziehung?“ im Gemeindehaus der Kulturen an der Pauluskirche, Römerstr. 59, 45772 Marl-Hüls, in Kooperation mit der Ev. Frauenhife Hüls und der kath. Frauengemeinschaft Herz Jesu/St.Franziskus).

# Dienstag, 27. November 2018, 18 – 20.30 Uhr: In Kooperation mit der VHS „die insel“ spricht der auch international geschätzte Prof. Dr. Milad Karimi (Zentrum für Islamische Theologie der Uni Münster/Westf): „Eure Kinder sind nicht eure Kinder – was heißt es, Kinder Abrahams zu sein?“. Mit musikalischem Begleitprogramm - Ort: Friedensweg e.V., Wiesenstr. 22, 45770 Marl-Drewer, Zugang über Karl-Liebknecht Str).

# Sonntag, 15. Dezember 2018, 14.30 – 16 Uhr: „Jüngere fragen, Ältere erzählen – unsere Kindheit“. Ein selbst hergestellter Dokumentarfilm wird von Jugendlichen, Studierenden der Yunus Emre Moschee, Sickingmühlerstr. 100 B, 45768 Marl-Brassert gezeigt und diskutiert

4: Über einen längeren Zeitraum arbeiten Heranwachsende und Erwachsene an folgenden 4 Projekten: Ergebnisse werden öffentlich vorgestellt:

# Projekt 1: Ab November beschäftigen sich Schulen und Jugendzentren in „Kreativen Workshops“ zu Abrahamsgeschichten, für eigene Aufführungen und für den Auftritt beim Gastmahl zum Abschluss vom 18. Abrahamsfest am MI 12.Dez. von 17 – 20 Uhr im Rathaus Marl. Kontakt: Günter Tewes, Tel. 02365 – 69 11 26

# Projekt 2: In der Yunus Emre Moschee, Haardstr. 2, Marl-Brassert drehen Jugendliche und Studierende den (3.) Dokumentarfilm: „Jüngere fragen, Ältere erzählen – unsere Kindheit“. Öffentliche Aufführungen schon gekürzt  beim Familiennachmittag und komplett am SO 15. Dez. 2018, 14.30 Uhr. Kontakt: Hasibe Koc, Tel. 0157 551 73 555

# Projekt 3: Matroschka-Holzfiguren werden in etlichen Gemeinden und Einrichtungen gestaltet und bei allerlei Anlässen auch öffentlich präsentiert. Die Holzrohlinge sind von Jugendlichen mit Behinderungen handwerklich hergestellt. Wie sie farbig gestaltet werden, zeigt Typisches und Verbindendes aus der Menschheitsfamilie vielfältiger Kulturen und Religionen. Kontakt: A. und N. Koschuhowski, Tel. 0157 572 12 754

# Projekt 4: Abrahamhaus und Interkulturelle Trainings mit ehrenamtlichen Jugend-MitarbeiterInnen. Kontakt: J.Flachmeier, tel. 0151 174 66 885 ___________________________________________________________________

Weiter ist uns wichtig:

Veranstalter seit 2001: CIAG Marl - Die Christlich—Islamische Arbeitsgemeinschaft Marl in Kooperation mit den Kirchen und Moscheen in Marl, mit der Jüdischen Kultusgemeinde Kreis Recklinghausen, dem Integrationsrat Marl und der Stadt Marl. In diesem Jahr besonderer Kooperationspartner: Deutscher Kinderschutzbund Marl.- Dazu kommen 60 lokale, regionale und bundesweite Kooperationspartner.

Dank an die finanziellen Förderer auch des 18. Abrahamsfests: Stadt Marl, Land NRW: Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration, Bistum Münster, Engel Stiftung Marl, Ev. Kirche von Westfalen, GEW Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft NRW, Sparkasse Vest Recklinghausen, Volksbank Marl-Recklinghausen. Das Abrahamische Forum in Deutschland e.V. (Sitz: Darmstadt) fördert den Auftakt (mit Unterstützung des Bundesministeriums des Innern, Berlin).

Was sind die „Kochrezepte“ im Gelingen des Abrahamsfestes?   Aktualität ohne Scheuklappen, Vernetzung und Kooperation, Ehrenamtlichkeit bei den Verantwortlichen, gleiche Augenhöhe und Respekt vor einander, Neugier auf Kommendes, zeitgemäßes Interesse an den „Großen Erzählungen“ zum Beispiel zu Abraham/Ibrahim, im gemeinsamen Welt-Kulturerbe - dank der drei Buch-Religionen Judentum (Thora), Christentum (Bibel), Islam (Koran).

Teilnahme an allen Veranstaltungen und Projekten: endgeldfrei, kostenlos.

Kontakt, siehe Homepage: Abrahamsfest-Marl.de, Abrahamshaus-Marl.de, dort sind die Verantwortlichen und ihre Kontaktdaten genannt. Sie treffen sich monatlich als Plenum, nach außen vertritt sie seit Sommer 2018 das Abrahamitische Team: Lilia Vishnevetska, Beatrix Ries, Intisar Saif.


Rolf Abrahamsohn, Schirmherr beim 16. Abrahamsfest Marl in 2016, erzählt
Jugendlichen von seiner Jugend im NS-Faschismus.

Rolf Abrahamsohn besuchte im Juni 2018 eine Klasse in der
Jahrgangsstufe 9 der Willy Brandt Gesamtschule Marl und berichtete von
seinen Schrecken als kindlicher und jugendlicher Jude bei der Verfolgung
im NS-Faschismus. In der Schule entstand der hier folgende Bericht.
Verantwortliche Lehrerin: Annika Rottwinkel, Schulleiter:Theo Sylla
(Lesetipp: Rolf Abrahamsohn: "Was machen wir, wenn der Krieg zu Ende ist?"
Lebensstationen 1925 - 2010, Hg. Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte und
Jüdisches Museum Westfalen, Ingrid Wölk und Norbert Reichling. Essen:
Klartext Verlag 2010 - vergriffen, Nachdruck möglich).

Die Willy-Brandt- Gesamtschule spendet einen Baum gegen das Vergessen

Der Holocaust-Überlebende Rolf Abrahamsohn zu Gast an der Willy-Brandt-Gesamtschule Marl

„Es ist bewundernswert, dass er bei all den schrecklichen Ereignissen, die er erlebt hat, seinen Humor nicht verloren hat.“ So lässt sich eine bespielhafte Reaktion der Schülerinnen und Schüler der 9C der Willy-Brandt-Gesamtschule Marl nach ihrem Gespräch mit Rolf Abrahamsohn, dem letzten Holocaust-Überlebenden des Vestischen Kreises, beschreiben. Für die Jugendlichen von heute sind seine Erlebnisse unvorstellbar und unbegreiflich. Fassungslosigkeit herrscht unter den Heranwachsenden.

Im Rahmen der Unterrichtsreihe „Nationalsozialismus und Holocaust“ beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler der neunten Jahrgangstufe nicht nur mit Darstellungstexten und Quellen aus den Geschichtsbüchern, sondern auch mit regionalen Schicksalen aus dieser Zeit. So folgte Rolf Abrahamsohn der Einladung anlässlich dieser Unterrichtseinheit und sprach über seine erschreckende Marter. Schließlich ist es besonders in der heutigen Zeit wichtig, dass den Schülerinnen und Schülern bewusst wird, dass Diskriminierung, Intoleranz und Vorurteile keinen Platz in der Gesellschaft finden dürfen. Vielmehr sollte die Vielfalt der Kulturen als Chance begriffen werden.  

Gebannt und fassungslos hören die Schülerinnen und Schüler der 9C Rolf Abrahamsohn zu, der mit seiner leisen und ruhigen Stimme bei den jungen Leuten eine Sprachlosigkeit hervorruft, die man im Schullalltag so nur selten erlebt. Die Jugendlichen können nicht glauben, was dieser Mann in ihrem Alter erleiden musste.

So erlebte er, wie sein Elternhaus in der Loestraße in Marl am 9. November 1938 angezündet und sein Vater von SA-Leuten zusammengeschlagen wurde. Außerdem musste sich seine Familie trennen, so flüchteten sein Vater und sein Bruder nach Belgien. Für Abrahamsohn und den Rest der Familie fehlte für eine Flucht genügend Geld. Ebenso musste er erleben, wie sein jüngerer Bruder an Diphterie starb, da den jüdischen Jungen kein Arzt mehr behandeln wollte. Vor den Schülern erklärt Herr Abrahamsohn, dass diese Krankheit im Nachhinein auch seine guten Seiten hatte, da er nun wenigstens seinen Bruder auf dem Friedhof besuchen kann. Bestürzt und entsetzt nehmen die Teenager dies zur Kenntnis. Welche Qualen muss ein Mensch erleiden, um einen solchen Gedanken zu entwickeln?

Im Januar 1942 kommt er ins Ghetto von Riga, anschließend wurde er in das dortige KZ Kaiserwald deportiert. Die Schüler erfahren dabei mit Schrecken, dass Abrahamsohn dort auch seine Mutter verliert. Seine einzige Hoffnung, Vater und Bruder wiedersehen zu können, hält ihn am Leben. Hätte er geahnt, dass zu diesem Zeitpunkt beide bereits in Ausschwitz vergast worden sind, hätte er nicht weiterleben wollen.

Weiterhin berichtet er den Jugendlichen über die Konzentrationslager, die er überlebt hat. So war er im KZ Stutthoff bei Danzig, zudem in einem der größten Konzentrationslager, Buchenwald. Als eines der grausamsten KZs beschreibt Abrahamsohn das Außenlager Bochum. Dort musste er Blindgänger-Bomben zur Entschärfung freilegen. Lucy, eine Schülerin, möchte wissen, welche Empfindungen und Gefühle er in den Konzentrationslagern hatte. Ganz knapp antwortet Herr Abrahamsohn: „Wir haben nichts mehr gefühlt.“ Für uns ist es unvorstellbar, was ein Mensch durchmachen muss, sodass er nichts mehr fühlt.

Der 93jährige erzählt weiter vom Tag seiner Befreiung. So wurden sie in verschlossenen Waggons über Dachau in das Konzentrationslager Theresienstadt (heutiges Tschechien) gebracht. Unterwegs hatte der Zug einmal angehalten; wer noch konnte kletterte raus, als die Waggontüren von außen geöffnet wurden, Rolf Abrahamssohn wurde von anderen Juden, die ihn dabei erkannten, auf einen offenen Waggon geholt. So konnte auch er, im Unterschied zu den Menschen in den verschlossenen Waggons, letztendlich mithilfe der Roten Armee der Gefangenschaft und dem Todesschicksal entkommen.

Besonderes Interesse zeigten die Schülerinnen und Schüler für seine Rückkehr nach Marl. So möchte Nele wissen, ob er sich schnell wieder in Marl eingelebt hat. Herr Abrahamsohn beschreibt die Rückkehr als äußerst problematisch. „Ich konnte nicht in die Gesichter der Menschen schauen!“ Aber was hat ihn dazu veranlasst, trotzdem in Marl zu bleiben? Er erklärt, dass die Liebe zu seiner Frau ihn schließlich dazu bewegte, in Deutschland zu bleiben, da diese ihre Mutter nicht alleine zurücklassen wollte.

Maja möchte wissen, ob es ihm schwer fällt über die vergangene Zeit zu berichten. Daraufhin erläutert Rolf Abrahamsohn: „Es ist immer noch sehr schwierig für mich, darüber zu sprechen. Die Erinnerungen kommen dadurch immer zurück. So konnte ich letzte Nacht kaum schlafen, da ich innerlich so aufgeregt war. Aber es ist so wichtig, dass man den Jugendlichen deutlich macht, dass wir Juden keine schlechteren Menschen sind. Wenn das nur bei einer Schülerin oder einem Schüler ankommt, habe ich schon etwas bewegt und viel erreicht.“ In den Gesichtern der Jugendlichen wird deutlich, dass er durch seinen Besuch viel mehr erreicht hat.

Zum Abschluss des Gesprächs erzählt Rolf Abrahamsohn von seinem Wald in Israel, den er für seine Familie gepflanzt hat. Bewegt durch sein Schicksal und als Zeichen der Unterstützung dieses Symbols für die Bedeutsamkeit eines friedlichen und respektvollen Zusammenlebens der Kulturen, beschließen die Schülerinnen und Schüler sofort, dass auch sie diesen Wald unterstützen möchten. So trägt auch die Willy-Brandt-Gesamtschule dazu bei, dass der Wald immer größer wird und spendet in Gedenken an Abrahamsohns Eltern und Geschwister einen Baum.

 


Das 18. Abrahamsfest Herbst und Winter 2018 beginnt im September 2018:

Es hat als Gesamtthema „Kinder!Kinder“ .Schirmherr: Heinz Hilgers (Präsident vom Kinderschutzbund in Deutschland).

Alle Veranstaltungen sind eintrittsfrei.  Teilnahme ohne Voranmeldung.

Auftakt: Sonntag, 16. September 2018 um 17 Uhr in der Synagoge in Recklinghausen (Am Polizeipräsidium 3).Es wirken mit Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus den drei Religionen: Jüdisch: der gemischte Chor „Chag Sameach“ der Jüdischen Kultusgemeinde Kreis Recklinghausen, Leitung: Diana Zabyelina. Christlich: Der Ökumenische Kinderchor St. Michael/“Gummibärenbande“ Paulus, Leitung: Nicole Ahlert. Sowie der christliche „Rainbow“-Gospelchor  der ESM ,Leitung: Charlotte Charlier. Islamisch: Der muslimische Kinderchor Friedensweg, Leitung: Mona Miriyam Lihehdheb und der Instrumentalkreis Ilahi Grub der Fatih-Moschee Marl,Leitung Abdullah Özsay. Nach dem Konzert wird zu einem koscheren Buffet für viele Gespräche eingeladen.Ende vom ganzen: 19 Uhr. Kooperationspartner: Abrahamisches Forum in Deutschland e.V. (Sitz: Darmstadt).  .

Als eine Art zweiter Auftakt in Marl folgt eine Woche später der Familien-Nachmittag am Sonntag, 23. Sept.2018, 14.30 – 17.30 Uhr in der Scharounschule Marl, Westfalenstr. 68 a, Marl-Drewer: Infostände, Mitmach-Aktionen, Darbietungen, Kinder führen Kinder durch das Gebäude, Diskussionsrunden, Buffet mit Begegnungen, Workshops und Abschlussplenum in der Aula.

Kinder versammeln sich und laden in ihre Lebensorte ein: Wechselseitige Besuche zwischen Moscheen und Kirchen beginnen. Die Termine Pizza & Filme mit Jugendlichen an wechselnden Orten stehen noch nicht endgültig fest. Kinder und Jugendliche in der Yunus Emre Moschee befragen Ältere über ihre Kindheit in der Türkei und ihre Einwanderung hierher und produzieren dazu einen Film. Kinder und Jugendliche gestalten unterschiedlich große Holzfiguren in „typischen“ Darstellungen und Farben – das sog. Matroschka-Projekt für Ausstellungen bei Veranstaltungen. Interkulturelle Trainings mit ehrenamtlichen Jugendlichen finden in Verabredung mit Jens Flachmeier statt (Tel. 30 90 568)

Wie jedes Abrahamsfest  seit dem ersten in 2001 sind die Veranstalter: die CIAG Marl Christlich-Islamische Arbeitsgemeinschaft Marl in Kooperation mit den Kirchen und Moscheen in Marl, mit der Jüdischen Kultusgemeinde Kreis Recklinghausen, dem Integrationsrat und der Stadt Marl. Dazu kommen rund 60 weitere Kooperationspartner – lokal, regional, bundesweit. Wir danken auch für die finanzielle Förderung durch: Stadt Marl, Land NRW (Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration NRW), Bistum Münster, Ev. Kirche von Westfalen, GEW NRW, Sparkasse Vest Recklinghausen, Volksbank Marl-Recklinghausen und die Engel-Stiftung Marl (beim abschließenden Gastmahl am MI 12.Dez. 2018, 17 – 20 Uhr im Rathaus).

Kontakte und aktuelle Infos: Plakate, Flyer, Presse und homepage: Abrahamsfest-Marl.de


  1. Abrahamsfest Marl               Planungsstand 30.5.2018

www.abrahamsfest – marl.de

Thema: „Kinder!Kinder“.           Schirmherr:Heinz Hilgers, Präsident des Kinderschutzbundes in Deutschland

(1.) Alle Generationen:

1.a) Auftakt  SO 16. Sept. 17 – 19 Uhr, Synagoge im Kreis Recklinghausen, Am Polizeipräsidium 3, 45 657 Recklinghausen. Konzert mit Gesängen und Klängen der Generationen. Anschließend Begegnungen am Buffet

1.b) SO 23.Sept. 14.30 – 17.30 Uhr. Familien-Nachmittag in Marl: Scharounschule, Westfalenstr. 68 a, 45770 Marl-Drewer:  Infostände, Mitmach-Aktionen, Darbietungen, Buffet mit Begegnungen

1.c) MI 12. Dez. 2018, 17 – 20 Uhr, Rathaus Marl: Gastmahl zum Abschluss des 18. Abrahamsfestes, Interkulturelle Darbietungen von Kindern, gemeinsames Essen, Aktionen

(2.) Kinder: in ihren Lebensorten, in Gemeinden/Schulen/Stadttteilzentren:

2 a) Wechselseitige Besuche Kinder Moscheen/Kirchen: Termine nach Vereinbarung. In Kirchen und Moscheen

2 b) Pizza und Filme: „Kinder!“. Termine und Orte noch offen

2 c) FR 19. Okt. 2018, 13.30 – 15.00 Uhr: Besuch im Medienhaus Bauer: Redaktion Panda&Ogi und Zeitungsdruck: Begrenzte Teilnahmezahl für Kinder im Alter von 8 – 10 Jahren, nur nach vorheriger Anmeldung in kooperierenden Einrichtungen bis Mitte Okt. 2018:

2 d) 5. bis 9. Nov. 2018; vormittags und nachmittags: Abraham-Haus. Kreative Rollenspiele mit 6 Grundschulen und OGS: „Wie Juden, Christen, Muslime leben und feiern“.

 2 e) FR 16. Nov. 2018, 11.00 – 12.30 Uhr: Kinder-/Jugend-/Familienbücherei „Türmchen“, Eduard Weitsch Weg am Rathaus: Kreative Variationen in sprachlicher Vielfalt  um die neue Fabel „Das Kleine Nichts“ von Helga Ahlert

2 f #) MI 14. Nov. 2018, 10.30 – 16.30 Uhr. Jugendliche erklären Kindern ihr Gotteshaus I , mit der Martin Luther King Schule, Rundreise: um 10.30 Uhr: Pauluskirche, um  12.10 Uhr: Fatih-Moschee, 15 Uhr:  Synagoge in RE.

2 f# ) MI 28. Nov. 10.30 – 16.30 Uhr, Jugendliche erklären Kindern ihr Gotteshaus I I, mit der Willy Brandt Gesamtschule, Rundreise: um 10.30 Uhr:  St.Georg,um 12.10 Uhr Fatih-Moschee, 15 Uhr: Synagoge in RE.

2.g) DI 20. Nov. 11.00 – 12.30 Uhr, Grimme-Institut Marl, Eduard Weitsch Weg 25, „Kino echt anders“. Kurzfilme mit 3 Grundschulen (3/4.Klassen).

(3.) Erwachsene:

3 a) FR 5. Okt. 18.00 – 20.00 Uhr:Heinz Hilgers (Schirmherr 18. Abrahamsfest, Vorsitzender Kinderschutzbund Deutschland): „Kinderarmut, Kinderrechte“ (Arbeitsthema).   Ort: Gemeindehaus der Kulturen, Römerstr 59,. 45772 Marl-Hüls

3 b) DI 27. Nov. 2018, 18.00 – 20.30 Uhr, Friedensweg e.V., Wiesenstr. 22, 45770 Marl-Drewer: Prof. Dr. Milad Karimi (Münster/Zentrum für Islamische Theologie): 20.30 Uhr. „Eure Kinder sind nicht eure Kinder – was heißt es, Kinder Abrahams zu sein?“ – mit Begleitprogramm um die Bambusflöte

(4.) Projekte (zahlreiche Absprachen im Arbeitsprozess, Präsentation am….):

4a) „Kreative Workshops“ in Schulen und Vereinen, z.B. zu „Abraham“, u.a. für das Gastmahl zum Abrahamsfest am 12.12.18. Kontakt: G.Tewes, Tel. Marl 69 11 26.

4 b) „Jüngere fragen/ Ältere erzählen“: x.Dez. 2018, ……Uhrzeit,Yunus Emre Moschee, Sickingstr/Haaerdstr, 45768 Marl-Brassert:  Öffentliche Vorführung unseres Dokumentarfilms Nr. 3  „Unsere Kindheit“ im Dez. 2018.

4 c) „Matruschka/Holzfiguren gestalten“ an verschiedenen Orten in Marl werden unterschiedlich große Holzfiguren  „typisch“ bemalt. Öffentliche Präsentationen bei allerlei Anlässen. Kontakt: A. und N. Koschuhowski, Tel. 0157 572 127 54

4 d) „Interkulturelle Trainings“ mit ehrenamtlichen JugendmitarbeiterInnen:Kontakt: J.Flachmeier, Tel. Marl 30 90 568.

 


  1. Abrahamsfest 2018

Mögliche Motive und Themen aus Bibel und Koran zu Abraham/Ibrahim:Mit dieser Liste arbeiten Schulen und Kinder-/Jugendeinrichtungen z.B. bei Kreativen Workshops zu Abrahamsgeschichten

  • Protest gegen eine Arroganz der Macht „a la Babel“ in Ur, mit der Folge: Auswanderung aus Ur in Chaldäa: Menschen wie der junge Abraham mit seiner Familie verlassen die Heimat „aus Gewissensgründen“: damals aus Protest gegen die Arroganz der Macht, wie sie sich ausdrückt in großmächtiger Stadtpolitik a la „Babel“/“Turmbau zu Babel“; die damalige Großstadt Ur muss so ein Typ Stadt gewesen sein wie das sprichwörtliche Babel. Sie brechen auf  ins Ungewisse (Bibel) – wie Menschen zur Auswanderung – heute
  • Götzenanbetung in Haran: Menschen schaffen sich aus Holz und Ton Götzengestalten und betreiben kultische Anbetung und entwickeln damit blühende Geschäfte (Devotionalien-Handel und Pilger-Herbergen-Tourismus); Abraham tritt dagegen öffentlich auf und bestreitet diese Götzen-Kult-Wirtschaft  (Koran); er entzieht damit der Stadt Haran eine wichtige, auch  wirtschaftliche Basis. Was ist heute „Götzenkult“: woran hängen wir heute unser Herz? Was sind heute letzte, nicht hinterfragbare Wahrheiten (z.B. Strukturanpassungsmaßnahmen des IWF?). „There is No Alternative“…
  • Rettung/Flucht  aus Haran/Urfa: es kommt zur dramatischen Krise, nachdem Abraham  die Götzenanbetung/Götzen-Kult-Wirtschaft anprangert. Er wird vom dortigen König Nimrod zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt; durch wunderbare Löschung des Feuers und Befreiung  kann er entkommen, weil eine Quelle  plötzlich aufbricht, Wasser aus der Erde sprüht und ein Engel  Abrahams Fesseln löst (Koran)
  • Abraham und seine schöne Frau Sarah in Ägypten: der dortige Pharao will Sarah zu seiner Frau haben und Abraham tut so, als sei sie seine Schwester; d.h.er lässt sie aus Angst um sein Leben gehen, bis der Pharao es merkt und Abraham deswegen zur Rede stellt (Bibel)
  • „Patchwork-Familie“: Abraham  - ein verheirateter Mann/ein Vater in der Falle der Eifersucht zwischen zwei Frauen (Sarah und Hagar; Sarah ist eifersüchtig auf Hagar)  und ihren 2 Kindern (Ismael und Isaak, es kommt zu Streit zwischen den beiden); Eifersucht, Streit und Vertreibung in die Wüste und Todesgefahr der einen Frau (Hagar) und  des einen Kindes (Ismael) (Bibel, Koran). Sie kommen nach Mekka  (Koran)
  • Was heißt „Opferung“? Was heißt „Gehorsamsprüfung“? Jedenfalls: Der Sohn soll nicht getötet werden! Mit andern Worten und vom Ende her verstanden bedeutet diese wohl bekannteste und „gruselige“  Abraham-Geschichte: Kein Mensch soll mehr getötet werden! (in der Bibel ist es Isaak, im Koran ist es Ismael)
  • Melchisedek und Abraham schließen einen Freundschafts-/Friedens-Vertrag und vermeiden Krieg und Blutvergießen, sie feiern ein großes Freundschaftsmahl – mitten im Kontext wirrer Kriege, mit ihren Toten und Ruinen (Bibel)
  • Abraham besucht auch weiterhin Hagar und Ismael in Mekka und ist an der Errichtung der Kaaba in Mekka beteiligt (Koran)
  • „Happy End“: Die beiden „Halb-Brüder“ Ismael und Isaak kommen nach langen Jahrzehnten wieder zusammen und beerdigen gemeinsam ihren Vater Abraham in Hebron; Abraham heiratet ein 2. Mal: Ketura;  nach einer Auslegungstradition im Judentum und Islam ist Ketura identisch mit Hagar (Bibel)

 

Dieses ist eine Liste mit Ideen und Vorschlägen -  zur Auswahl. Die Inszenierungen müssen nicht im engen Sinn an den biblischen-koranischen Texten anschließen. Diese können auch als inspirierender Hintergrund genommen werden für sehr aktuelle Gestaltung und moderne Inszenierung.

Wir sind davon überzeugt: Die Abrahams-Geschichten – in den Heiligen Schriften von Judentum, Christentum, Islam - gehören zu den „Großen Erzählungen“ der Welt-Literatur, zur Erbschaft der Menschheit.   

(Quelle: jährliches Abrahamsfest Marl: Brief an Schulen und Jugend-Kultur-Zentren als Einladung zur Teilnahme mit eigenen kreativen Inszenierungen, mit allen kulturellen Künsten.)

 


17. Abrahamsfest Marl 28. Feb. 2018

Sachbericht:

  1. Abrahamsfest Marl/Kreis Recklinghausen: Herbst/Winter 2017

Thema: Umbrüche. Aufbrüche

Schirmfrau: Christel Neudeck (Troisdorf bei Bonn, zusammen mit Rupert Neudeck (posthum) Trägerin des Staatspreises NRW 2016)

 

  1. Thema, Kontexte, Träger, Dank:

Dieser Sachbericht behandelt das 17. Abrahamsfest Marl (Kreis Recklinghausen); es fand im Herbst /Winter 2017 statt: Zum 17. Marl seit Herbst 2001 veranstaltete die Christlich-Islamische Arbeitsgemeinschaft Marl zusammen mit den Kirchen und Moscheen in Marl, mit der Jüdischen Kultusgemeinde im Kreis Recklinghausen, dem Integrationsrat und der Stadt Marl das (jährliche) „Abrahamsfest Marl“. Hinzu kamen rund 60 thematische Kooperationspartner am Ort, in der Region und bundesweit. Es ist seit Anfang an ein ehrenamtlich durchgeführtes Projekt für ein friedliches Miteinander, für Nachbarschaft in Respekt, wechselseitiger Anerkennung  und im gemeinsamen Handeln. Es versteht sich als Projekt der Hoffnung – zumal in diesen sehr spannungsreichen Zeiten in der heutigen Welt. Es wird vielfältig gefördert  und genießt hohe Anerkennung.

Den Gesamten Sachbericht hier als PDF

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Plakat 17. Abrahamsfest

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Flyer 17. Abrahamsfest

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Sachbericht 16. Abrahamsfest

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Trägerkooperation des Abrahamhaus in Marl

Webseite: abrahamhaus-marl.de

Standort: Karl-Liebknecht Straße 10, 45770 Marl                                       

 

Ev. Kirchenkreis Recklinghausen & Christlich-Islamische AG Marl in Kooperation mit der Integrationsagentur/Flüchtlingsreferat der Diakonie im Kirchenkreis Recklinghausen GmbH

 

Ziele, die durch die Arbeit  erreicht werden…

 -       Begegnung in  drei speziell dafür eingerichteten und gestalteten „Erfahrungsräumen“ ermöglichen

 -       Praxisnahe Informationen über Unterschiedlichkeiten & Gemeinsamkeiten der drei monotheistischen Religionen

 -       Erleben einer besonderen interreligiösen Atmosphäre des Abrahamhauses in Marl

 -       Niederschwellige Zugänge zum Thema ermöglichen

 -       Impulssetzung über praktischen Umgang miteinander ins Gespräch über die Religionen zu kommen

 -       Authentische Gestaltung der Workshops durch Vertreter der drei Religionen

 -       Zielgruppenspezifische Konzipierung der Wokshops

 

Aktivitäten, die geplant sind, das Ziel zu erreichen

Das Abrahamhaus ist ein Mitmach-Projekt für Schulkinder bis zum 12. Lebensjahr und für deren neugierige Eltern und LehrerInnen, und ein offenes Haus für alle, die über Judentum, Christentum und Islam mehr erfahren möchten.

Wir – ein interdisziplinär arbeitendes Team mit Mitarbeitenden aus allen drei Religionen -    fangen an mit einer Führung von ca. 20 Minuten, sie geht durch die unterschiedlichen Räume und man lässt ihre Ästhetik, ihren Geruch, ihre Eigenart auf sich wirken.

Dabei hören wir die Geschichte von Abraham und seinen Söhnen Ismail und Isaak, von Jesus und Mohammed und betrachten genealogische Tafeln und Bilder.

Danach teilen wir uns in drei Gruppen. In den Räumen der Juden, der Christen und der Muslime wird jetzt ca. zwei Stunden gebastelt, erzählt, gekocht und gegessen (eine kleine Frühstückpause findet in den Gruppen statt!). Alle drei Gruppen betrachten dabei das gleiche Thema, so dass in der Abschlussrunde klare Vergleiche zwischen dem Verständnis der einzelnen Religionen für die gleiche Problematik angestellt werden können.

Gemeinsamkeiten entdecken – Unterschiedlichkeiten anerkennen…das zentrale Motto unserer Arbeit im Abrahamhaus 

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"Gedenktag im November 2019" - Doppelt so viele Menschen wie früher auf dem Jüdischen Friedhof in Recklinghausen am Sonntag, 3. November 2019 mittags.

 

Doppelt so viele Menschen wie in den Vorjahren versammelten sich auf dem Jüdischen Friedhof in Recklinghausen am Sonntag, 3. Nov. 2019 mittags. Schon wenige Jahre nach dem Ende der Nazi-Diktatur fingen die Überlebenden des Holocaust mit solch einer Gedenkfeier in Recklinghausen an, jeweils am ersten Sonntag im November. Gedacht wird der nach Riga verschleppten und ermordeten jüdischen Gemeindemitglieder und BürgerInnen der Stadt und des Kreises Recklinghausen. Denn am 3. November 1943 wurden 3.000 Juden in Riga ermordet, darunter die letzten 300 Kinder. Sie alle waren aus dem Kreis Recklinghausen, Bochum, Dortmund, Gelsenkirchen nach Riga deportiert.

 

In diesem Jahr sprachen u.a. Landrat Cay Süberkrüb, der Ruhrfestspielintendant Olaf Kröck, der letzte Überlebende und Ehrenbürger des Kreises Recklinghausen Rolf Abrahamsohn (er war auch Schirmherr vom 16. Abrahamsfest Marl). Es wirkten mit SchülerInnen des Hittorf-Gymnasiums Recklinghausen, Dr. Mark Gutkin als Vorsitzender der Jüdischen Kultusgemeinde Kreis Recklinghausen und Isaak Tourgman als deren Vorbeter und Kantor. Das ganze wurde moderiert von Jörn Tüffers, Lokaredakteur der Recklinghäuser Zeitung.

 

Die CIAG Marl - zusammen mit der Jüdischen Kultusgemeinde Kreis RE Veranstalter des jährlichen Abrahamsfestes - hatte in den Mdien mit dazu aufgerufen. "Dieser Tag gehört längst zu den festen Terminen unseres Abrahamitischen und demokratischen Wirkens", sagte einer Verantwortlichen.

 

gez. Hartmut Dreier

 


CIAG Marl - Christlich-Islamische Arbeitsgemeinschaft Marl

www.ciag-marl.de                                                                                                            16.11.2019

 

Bericht: Frauen mit vielen Herkunftskulturen gemeinsam – unterwegs zur Turner-Ausstellung und zu den Werkstätten in Karthaus/Münsterland

 

Die reizvollen Geheimnisse im Münsterland und in Münster ziehen jedes Jahr die Internationale Frauengruppe Marl an, die mit der CIAG Marl seit Anfang an verbunden sind und sich regelmäßig im Gemeindehaus der Kulturen an der Pauluskirche Marl-Hüls trifft.

In diesem Jahr ging es ins Landesmuseum Münster/W. Zwei Tage nach der in den Medien gerühmten Ausstellungseröffnung „Turner - Horror and Delight“ war diese Turner-Ausstellung das erste Ziel. Turners Bilder kamen eindringlich an, in ihrer Farbigkeit und Dynamik, im ihrem schrittweisen Übergang von Romantik zum Impressionismus der Moderne. Anschließend ging es weiter zu den Werkstättten Karthaus bei Dülmen. Was Menschen mit Behinderungen schaffen, wurde hier bewundert. Ebenfalls genossen die Reisenden im dortigen Restaurant Kaffee, Tee und Kuchen.

Gez. Almuth Dreier


Bei einem früheren Abrahamsfest sprach Paul Oestreicher  - sein aktueller Aufruf gegen Hass erreicht uns soeben.

 

Meininger Tageblatt

 

WORTE ZUR LANDTAGSWAHL von Pfarrer Paul Oestreicher, Ehrenbürger Meiningens

 

In meinem Geburtsjahr 1931 befand sich die Weimarer Republik in einer schweren Krise. Die Demokratie war in tödlicher Gefahr. Thüringen, das Land meiner Geburt, war ein bedeutendes Exerzierfeld für die aufstrebende Nazi Partei. Im Thüringer Landtag erklomm Hitlers Folgsmann Wilhelm Frick als erster Nazi einen Ministerposten. Es dauerte nicht lang bis, im Jahr1933, the Partei alle Macht an sich riss. Sieg Heil hallte es durch die deutschen Länder.

Im bürgerlichen Meiningen feierten viele die Geburt der neuen Ordnung. Nun konnte endlich und uneingeschränkt das Vaterland bejubelt werden. Man hatte einen glaubhaften Führer. Er hatte seine Pläne verkündet: Deutschland, Großdeutschland über alles. Auch die Mehrzahl der Thüringer Christen sahen in ihm ein Gottesgeschenk. Der Übermut war berauschend. Und dann?

Ende des Traumes:  Leichen über Leichen, millionenfach. Deutschland ein Trümmerfeld. Man sprach vom Jahr Null. 14 millionen Deutsche auf der Flucht.

Und heute? All das liegt weit, weit zurück, ist für viele in Vergessenheit geraten. Ich, der einst mit meiner Familie von diesem Deutschland flüchten musste, finde mich benötigt in England, meiner Wahlheimat, die Menschen an diese deutsche Geschichte zu erinnern, denn auch hier in England  ist die Demokratie schwer bedroht. Man spürt den Haß in der luft. Zu viele Europäer, alte und junge, wollen nicht daran erinnert werden, wohin Nationalismus, Fremdenhaß und Populismus führen können.

All das gilt heute für Meiningen, für Thüringen, für die Landtagswahl in diesem Monat. Als Ehrenmeininger frage ich meine Mitbürger: Erkennt ihr die Zeichen der Zeit? Heute wie damals müßt ihr euch fragen lassen, habt ihr den Mut,und den Willen, ohne uns zu sagen zu jedem Anzeichen von Rassismus. Wer zum Unrecht schweigt, macht sich schuldig. Jeder deutsche Muslim, jeder deutsche Jude braucht und verdient unsere Solidarität.

Und die AfD Wähler? Streitet euch mit ihnen, verachtet sie nicht. Versucht sie zu überzeugen. Mischt euch ein in die Politik. Werdet politischer. Praktiziert Demokratie. Haßt niemanden, auch nicht die wirklichen Nazis. Vermehrt die Liebe zu Freund und Feind. Die Mitmenschlichkeit kennt keine Grenzen.


Weltkindertag 20.Sept. 2019 - Präsentation der Festschrift "25 Jahre Begegnungsfest zum Anti-Rassismustag in Marl".- Ehrung der Preisträger im Luftballonwettbewerb.

Fotograf: Konrad Pesch (Alle Fotos im Fotoalbum oder auf das Bild Klicken)

Die CIAG Marl hat vor 25 Jahren das jährliche Begegnungsfest zum Antirassismustag der UNO (21.März) mit gestartet.Träger sind seitdem: die Stadt Marl, CIAG Marl, alle Schulen in Marl, Weltzentrum Marl. Es nehmen jeweils an einem Projekttag aus allen Schulen am Ort 12-jährige SchülerInnen teil; sie treffen sich in der Martin Luther King Schule, ca 300 an der Zahl, dazu circa 60 ehrenamtliche AG-Leiterinnen. Gestartet wurde dieses Projekt vor 25 Jahren von Bernhard Weinmann (Lehrer an der Martin Luther King Schule, Akteur in der CIAG Marl u.a.) Nach einigen Jahren übernahmen Klaus-Dieter Hein und Johanna Pesch die Regie, bis heute. In den vielen Jahren entstanden auf Initiaitve von Hannelore Kintzel auch zahlreiche Wandtücher, die bunt zum Thema des jeweiligen Begegnungsfestes zum Antirassismustag gestaltet werden. Am Weltkindertag 20.Sept. 2019 wurden auch PreisträgerInnen vom Luftballonwettbewerb geehrt, die weitesten Ballons waren bis kurz vor Groningen geflogen. Die Fotos dokumentieren diese Präsentation der Festschrift und die Luftballon-Ehrung. Ort: vor dem Weltzentrum Marl im Marler STERN.

 


Von Aktiven in unseren Reihen: Melih Fidan

Quelle: Medienhaus Bauer/Marler Zeitung

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Rede am 6. September 2019

Unsere Rede bei der Veranstaltung "Wir sind mehr" am Rathaus Marl am Freitag, 6. Sept. 2019. Mit ca 15 weiteren Organisationen war die CIAG Mitveranstalterin. Beatrix Ries als eine der 3 Sprecherinnnen der CIAG/Abrahamsfest Marl trug Teile der hier dokumentierten Rede vor: 

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Räume der Stille für Christen und Muslime in der Paracelsusklinik Marl des Klinikums Vest in der Trägerschaft der Knappschaft

Die CIAG Marl hat seit Jahren das Thema interreligiöse Seelsorge auf dem Bildschirm und hat in der Paracelsusklinik Marl vorbildliche Kooperationspartner in der Geschäftsführung/Leitung dieses Krankenhauses. 
 
Fotos und Texte: Norbert Vongehr/Thomas Wallrad, Gabriele Ibing/Barbi Kohlhage. 
 

Kapelle der Paracelsus-Klinik erstrahlt in neuem Glanz – Raum für Ruhe und Besinnung das ganze Jahr und jeden Tag …

Das Klinikum Vest hat in den vergangenen 6 Wochen an seinem Standort in Marl in der Kapelle der Paracelsus-Klinik umfangreiche Renovierungsarbeiten durchgeführt. Zu Weihnachten 2018 können somit in der Kapelle wieder die ersten Gottesdienste gefeiert werden. Die Kapelle ist sehr schön geworden. Alles wurde neu gestrichen, das Mobiliar wurde aufgearbeitet, die Beleuchtung neu installiert, die Lüftungsanlage erweitert und ein neuer Bodenbelag verlegt.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Farben und Formen harmonieren auch mit den Glasfenstern, die der Künstler Georg Meistermann, der als bekanntester Glasmaler des 20. Jahrhunderts gilt, für die Kapelle der Klinik geschaffen hat.

Jeden Tag ist die Kapelle geöffnet – für Patienten, Mitarbeiter und Besucher – sie lädt ein zur Ruhe und Besinnung. Auch die aufgestellte Krippe trägt dazu bei. Frau Kohlhage, evangelische Krankenhausseelsorgerin und Frau Ibing, katholische Krankenhausseelsorgerin freuen sich sehr, Patienten und Besucher wieder in diesen besonderen Raum zu Gottesdiensten einladen zu können. Zu Weihnachten 2018 wird am Heiligen Abend um 15.30 Uhr ein evangelischer Gottesdienst stattfinden und am 1. Weihnachtstag um 10.00 Uhr eine katholische Eucharistiefeier. Am 17. Januar 2019 wird auch wieder der ökumenische Gedenkgottesdienst für Verstorbene in der Kapelle stattfinden.

Das Klinikum Vest ist ein weltanschaulich offenes Krankenhaus. Auch ist der Klinik sehr daran gelegen, dass die dort betreuten Patienten ihrer Religion und Spiritualität gemäß Rückzugsmöglichkeiten finden. „Das gehört zum Gesundwerden dazu“, sagt Herr Vongehr, Krankenhausleiter der Paracelsus-Klinik und stellvertretender Geschäftsführer des Klinikum Vest. Er hat sich nicht nur für die Renovierung der Kapelle als Raum für die Christen eingesetzt, sondern auch für die Neugestaltung der Gebetsräume für muslimische Frauen und Männer, die die Paracelsus-Klinik bereitstellt. Zudem wurden in diesem Jahr rund um den See im Klinikpark zusätzliche Möglichkeiten geschaffen, um zur Ruhe kommen zu können.

Herzlich lädt die Paracelsus-Klinik Marl also in den nächsten Tagen dazu ein, sich die renovierte Kapelle in weihnachtlicher Atmosphäre anzuschauen und zur Besinnung zu kommen.

 
Die Paracelsusklini hat Anfang diesen Jahres 2018 die Renovierung des Muslimischen Gebets-Raumes (Foto unten: Teppich, Raumteiler, Anstrich, Möblierung) getragen; die künstlerische Gestaltung (Bilder und Wandmalerei) wurde von den Moscheevereinen selber finanziert und ausgeführt – die Bilder sind kurz vor dem diesjährigen „Marler Öl-Ringen-Volksfest“ entstanden - seitens der Muslime sind hierbei seit Jahren engagiert: Nazife Güner und Ali Özbay (beide gehören auch zum SprecherInnen-Kreis der CIAG Marl/Abrahamsfest Marl).
Die christliche Kapelle dieses Krankenhauses wurde soeben mit Mitteln und Fachkräften der Paracelsusklinik renoviert.
Auf einem Foto sieht man Handwerker und Verantwortliche der Klinik.
 

…Auszug aus der Patienteninformationsmappe der Paracelsus-Klinik Marl …

Die Kapelle der Paracelsus-Klinik

In der Kapelle finden Sie zu jeder Zeit einen Ort der Ruhe und des Gebets.

Die Kapelle befindet sich im Erdgeschoß (Eingang gegenüber dem Haupteingang).

Gottesdienste

jeden Sonntag um 09.00 Uhr

Evangelischer Gottesdienst

jeden Sonntag um 10.00 Uhr

Katholische Eucharistiefeier 

 

Für unsere Patient/Innen muslimischen Glaubens

 

steht in der 1. Etage im Ambulanztrakt 24 Stunden täglich jeweils ein

Gebetsraum für Männer (links) und Frauen (rechts) zur Verfügung.

   

 


"Alte Freunde treffen sich".

Auf dem Bild u.a. Mustafa Aktas, früher Imam in der Fatih-Moschee in Marl, lebt jetzt in Osnabrück und wirkt in der Buchhandlung in Münster/W, Bremer Platz 48 - 58.

  

  

 


"Der Neubau der Yunus Emre Moschee ist dringlich". Unter dieser Überschrift veröffentlich die Marler Zeitung am 3.9.2018 leicht gekürzt den Leserbrief von Hartmut Dreier vom 1.9.2018. Zusammenhang: Die AfD in Marl sammelt in Marl Unterschriften gegen die geplante und im Stadtrat beschlossene neue Moschee Yunus Emre im Stadtteil 
Marl-Brassert.

Als Mitbegründer der CIAG Marl schreibt H.D. am 1.9.2018: 

Hartmut Dreier, ev.Pfarrer i.R. Mitbegründer der CIAG Christlich-Islamische Arbeitsgemeinschaft Marl Schumannstr. 6, 45772 Marl                                                                       1.9.2018

Leserbrief

Moscheebau der Yunus Emre Moschee – muss sein.

Die MZ hat nun schon zweimal kurz hintereinander den Gegnern des Moscheebaus Platz gegeben, nachdem die MZ in früheren Monaten regelmäßig über den Fortgang der Planungen sachlich informiert hatte.  Ich mache auf folgende Sachverhalte aufmerksam:

  1. Das Vorhaben: Seit mindestens fünfzehn Jahren bemüht sich die muslimische Gemeinde Yunus Emre um einen Neubau als Ersatz für den jetzigen Standort an der Ecke Sickingmühlerstrasse/ Haardstrasse. Die künftige Moschee wird ca 200 m entfernt vom jetzigen Standort an der Sickingmühlerstrasse liegen. Das Verkehrsaufkommen wird nicht anders sein als bisher.  Ohne den durch Seveso III bedingten allgemeinen Baugenehmigungs- stopp in Marl wäre der Neubau der Moschee fertig. Der jetzige Standort war von Anfang an behelfsmäßig. Der Neubau ist dringlich. Die Architektur ist interessant: ein Mix von Tradition und Moderne. Der Neubau wird aus Spenden finanziert und aus dem Verkauf des jetzigen Gebäudes. Die Gemeinde verzichtet auf den Azanruf vom Minarett. Das alles ist seit Jahren geplant, entwickelt und auch in der Presse vorgestellt.
  2. Lange Planung in Politik und Verwaltung: Seit Jahren hat ein Beirat die gesamte Planung begleitet. Die politischen Fraktionen im Rat sind informiert und haben – dank des umsichtigen Vorgehens von Bürgermeister Arndt – fast einvernehmlich das Neu- und Ersatzbauvorhaben gut geheißen. Im Beirat sind alle gesellschaftlichen Gruppen vertreten und am Tisch. Dort wird offen über alles diskutiert mit guten gemeinsamen Ergebnissen.
  3. Das Profil der Gemeinde: Die Yunus Emre Moschee betreibt seit Jahren eine sehr gute Arbeit und kümmert sich um gute Nachbarschaft in Brassert. Das jährliche Gemeindefest im Frühsommer auf dem Platz Sickingmühlerstr/Haardstr ist sehr beliebt. Die Yunus Emre Moschee ist seit Beginn in 1984 aktiv in der CIAG Marl = Christlich-Islamische Arbeitsgemeinschaft Marl. Sie sind verlässlich. Sie haben dazu beigetragen, dass Marl auch bundesweit und in anderen Ländern einen guten Ruf hat für Toleranz, Fairness, Miteinander der Religionen, gute Nachbarschaftlichkeit und besondere Ereignisse wie das jährliche Abrahamsfest. Die Yunus Emre Moschee hat engagierte Jugendliche und Studierende, die in den vergangenen zwei Jahren beachtliche Dokumentarfilme gemacht haben, wo sie ältere Gemeindeglieder über ihre Erfahrungen befragen. Man muss sich diese Filme einmal ansehen, wie die Älteren den Jüngeren seit 3 Generationen ins Stammbuch geschrieben haben: „Strengt euch hier in Marl an!“, „Bildung ist enorm wichtig“. „Verbindet den Glauben an Gott mit Liebe zu den Nachbarn“. Die Jüngeren sind darauf ebenso stolz wie ihre Eltern und Großeltern. Ihr Fazit als Jüngere und Ältere : „Marl ist unsere Heimat!“
  4. DITIB: Die Yunus Emre Gemeinde gehört zum Dachverband DITIB. Was hier in Marl in der Gemeinde gelehrt, gebetet und bedacht wird, wird hier am Ort geklärt und entschieden, wie das auch in christlichen Gemeinden innerhalb der beiden großen Kirchen  der Fall ist. Die Yunus Emre Moschee ist im Rahmen von DITIB eigenständig und ihren Gemeindegliedern verantwortlich. Der derzeitige Hodscha Yusuf Genctürk kommt aus der Türkei und bekommt sein Gehalt von dort. Außer diesem redlichen Hodscha arbeitet seit 2 Jahren in der Yunus Emre Moschee die muslimische Theologin Dilek Pürcek, die in Bielefeld groß geworden ist, islamische Theologie in Ankara studiert hat und zuständig ist für Kinder- Jugend und Frauenbildung. Sie denkt ähnlich eigenständig wie ich als christlicher Theologe!

Was aus dem Dachverband DITIB in Köln in 20 Jahren – sagen wir: in 2040 - geworden sein wird, dazu wage ich aufgrund meiner Kenntnisse und meines Überblicks seit über 35 Jahren folgende Prognose: Im Rahmen der „Islamkonferenz Deutschland“ und des Föderalismus in den Bundesländern wird es zu Verträgen kommen, die die Finanzierung und Ausbildung der Hauptamtlichen neu regeln: Im Sinne der Religionsfreiheit und des Grundgesetzes muss im Jahre 2040 der Islam in Deutschland eine eigene finanzielle Basis haben (eine Art Moschee-Steuer der steuerlich veranlagten Muslime im Land). Die Theologen werden hier an Universitäten studieren, ausgebildet und von hier aus bezahlt werden. Wie es schon jetzt endlich islamische ReligionslehrerInnen gibt, die an deutschen Universitäten ausgebildet sind und wie andere Lehrkräfte in Deutschland bezahlt werden. Die Grundstücke und Gebäude werden schon jetzt hier am Ort finanziert und  verwaltet,  und sie werden eines Tages einem völlig andersartigen Dachverband als dem jetzigen angehören, sagen wir: zu „DITIB 2040“ werden sie gehören, DITIB bezieht sich dann voll und ganz auf die Bundesrepublik Deutschland. (Erst 1985 hat sich die Ev. Kirche in Deutschland zur freiheitlichen Demokratie bekannt).

Diese derzeitige künstliche Aufregung ist fehl am Platz, man sollte zur Tagesordnung übergehen – auch in der Presse. Marl hat genügend wirkliche Probleme, aber wirklich keinen Bedarf an Religionskriegen. Finger weg von diesen  Unterschriftslisten! Niemand sollte sich manipulieren lassen! Es riecht nach Vor-Wahlkampf.


Frauen-Team repräsentiert die Arbeit nach außen.

Die Verantwortlichen der CIAG Marl/Abrahamsfest Marl haben im Juni2018 beschlossen:

Ein dreiköpfiges interreligiöses Frauen-Team repräsentiert die Arbeit nach außen. Fortgesetzt wird natürlich die Gemeinsame Verantwortung, die freie Breite der Initiativen der einzelnen und der beteiligten Gruppierungen,  die Koordination in monatlichen Plenumstreffen und vierteljährlichen Steuerungsgruppen-Treffen.

Das ganze wird ehrenamtlich organisiert. In den vergangenen Jahren repräsentierte Jens Flachmeier das ganze (CIAG/Abrahamsfest)  nach außen. Seit dem 1. Juli 2018 repräsentieren das ganze nach außen: drei Frauen aus den drei Religionen: Beatrix Ries, Intisar Saif und ein Platz ist noch  reserviert für jemand in Verbindung mit der Jüdischen Kultusgemeinde Kreis Recklinghausen. Allen wird herzlich gedankt: Jens Flachmeier für seine bisherige Aktivität und den Neuen für ihre künftige Aktivität. Alle genannten kümmern sich weiterhin um ihre speziellen Themenfelder.


Vernetzung von Heimat und Gastland - Unsere 7 Jahre in der Türkei (2011-17)

Dienstag, 19. Juni 2018,18 - 20 Uhr                                                                         

Herzliche Einladung!                                        Fatih-Moschee, Bachackerweg 197                    

                                                                                45772  Marl-Hamm

Nach 7 Jahren intensiver Gemeindearbeit als ev. Pastorin in der deutschsprachgen Gemeinde in der Türkei mit Sitz in Istanbul berichten Ursula August und ihr Mann Rainer Volz am kommenden DI 19. Juni 2018, 18 - 20 Uhr in der Fatih-Moschee, Bachackerweg 197, 45772 Marl-Hamm über ihre Erfahrungen. Sie stellen das ganze unter Thema "Vernetzung von Heimat und Gastland" und warten mit der über 200jährigen Geschichte zwischen Deutschen und Türkein seit 175o auf, wo zunächst viele Deutsche z.B. als Handwerker wie Uhrmacher in der Türkei Arbeit und sogar ihre Heimat fanden, oft verbunden mit hoher gesellschaftlicher Anerkennung und Religionsfreiheit als Christen. Vieles ist ganz erstaunlich in der aktuellen Diskussion und weitet den Horizont. PfrIn Urusla August war von 1999 bis 2011 Pastorin in der Ev.Stadtkirchengemeinde Marl, in Hüls und Hamm und ist unvergessen. Ihr Mann ist Sozialwissenschaftler und durch seine Musikbegeisterung vielen in ganz Marl bekannt.

Die Veranstaltung ist getragen von der CIAG Marl Christlich-Islamische Arbeitsgemeinschaft Marl in einem breiten Bündnis: Denn alle relevanten Gruppierungen in Marl-Hamm und Marl-Hüls laden dazu ein: die Schulen Pestalozzi, Käthe Kollwitz, kath. Hauptschule, die beiden Moscheen Fatih und Kuba, die beiden Kirchengemeinden: St. Franziskus und ESM-Bezirk Osten und das ERnst Reuter Haus.

Der Abend ist kostenfrei. Die gastgebende Fatih-Moschee lädt zur Begrüßung zum Tee ein. Die Veranstaltung beginnt pünktlich um 18 Uhr und ende nach circa 2 Stunden.

 Hier die Einladung als PDF

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PA: Neu: weltweiter "Tag des Zusammenlebens" am Mittwoch 16. Mai - Marler 
Praxis im weltweiten Friedenszusammenhang: 

Auch in Marl gibt es Aktivität im Sinne des "Tages des Zusammenlebens", 
den die UNO  seit Herbst 2017 jeweils weltweit für den 16. Mai eines 
Jahres ausgerufen hat. Zwei Beispiele: In der Scharounschule Marl treffen 
sich am MI 16. Mai um 17.30 Uhr Aktive aus Schulen, den religiösen 
Gemeinden der Juden, Christen und Muslime, um den Familien-Nachmittag am 
23. September 2018 beim kommenden 18. Abrahamsfest zum Thema 
"Kinder!Kinder" vorzubereiten. Am Vorabend des 16. Mai, also am 15. Mai 
sind interessierte Erwachsene ins Abraham-Haus, Karl Liebknecht Str. 10, 
Marl-Drewer in der Zeit von 18 - 21 Uhr eingeladen, um aus erster Hand - 
von Juden, Christen und Muslime selber - zu erfahren, was ihr Glauben und 
Leben ausmacht, was sie gemeinsam haben und was sie unterscheidet (vor 
wenigen Tagen präsentierten die gleichen Aktiven das Abraham Haus auch 
beim Katholikentag in Münster). 

Der einstimmige Beschluss der UNO-Vollversammlung im September 2017 zur 
Einführung dieses jährlichen "Tages des Zusammenlebens" will die 
"Geschwisterlichkeit" der Religionen betonen und eine Friedenserziehung in 
diesem Sinne weltweit in Gang setzen. "Die Kräfte der Harmonie müssen 
stärker werden als die Bosheiten von Terror, Hass und Krieg - gerade in 
der aktuellen zerrisenen Welt mit ihren Brüchen, Widersprüchen und 
Kriegen", so Scheich Khaled Bentounes, einer der wesentlichen Begründer 
dieser "Tages des Zusammenleben". Scheich Khaled Bentounes stammt aus 
Algerien und wirkt von Paris aus mit der islamischen Friedensbewegung AISA 
International, einer Nichtregierungsorganisation, die ähnlich wie der 
Dalai Lama, Papst Franziskus bzw das Projekt "Weltethos" (Tübingen) um die 
christlichen Theologen Karl Rahner und Franz Josef Kuschel  gut vernetzt 
ist über die religiösen Gräben hinweg und die Friedenssehnsucht in der 
Menschheit verstärkt.  Khaled Bentounes beschrankt sich in seinem Wirken 
nicht nur auf die "dünne Luft der Spitzendiplomatie"  sondern 
unterstützte z.B durch den islamischen Chor AISA aus Frauen und 
Männern im Rathaus Marl das Gastmahl  zum Abschluss vom Abrahamsfest vor 
einigen Jahren. Die Muslimischen Pfadfinderinnen und Pfadfinder übernehmen 
wie andere Pfadfindergruppen aus Deutschland Saaldienste bei den Ev. 
Kirchentagen seit Jahren. Khaled Bentounes wirkte mit im Zentralinstitut 
Islam-Archiv Deutschland, Soest, das seit dem Tod von dessen Begründer 
Salim Abdullah  vor zwei Jahren als "An-Institut" ans Zentrum für 
Islamische Theologie der Uni Münster gekommen ist, deren Professoren 
Khorchide und Karimi in Marl beliebte Referenten bei Abrahamnsfesten sind: 
Prof. Khorchide in 2015 und Prof. Karimi in diesem Herbst 2018. 

"Wir begehen in diesem Jahr erstmalig den "Tag des Zusammenlebens" auch in 
Marl ganz praktisch mit Projekten, die schon laufen. Was wir hier in Marl 
seit Jahrzehnten machen, stellen wir in einen großen weltweiten 
Friedenszusammenhang", sagt Hartmut Dreier, einer der Aktiven in der CIAG 
Marl und beim jährlichen Abrahamsfest. 

gez. Hartmut Dreier 

Download this file (Verständnis für andere Religionen.pdf)  Verständnis für andere Religionen.pdf


Internet-Petition für Völkerfreundschaft und Dialog der Kulturen. 

Initiatior: Sven Hadel (Marl)

 

https://www.openpetition.de/petition/online/setzt-der-spaltung-ein-ende-wie-der-geschichtsunterricht-das-ruder-rumreissen-kann